30/07/2025
Deshalb ist es wichtig seine Pferde bei der Eingliederung zu kennen und somit gelingt alles in Ruhe und HarmonieđĽ°
Die klären gerade die Rangordnung âŚâ
Ein Satz, den man immer wieder liest und hĂśrt.
Aber: Er hält wissenschaftlich nicht stand.
Verhaltensforscher:innen wie McDonnell, Feh, Fraser und Kiley-Worthington haben Ăźber Jahrzehnte das Sozialverhalten von Pferden untersucht â in freier Wildbahn wie in Gefangenschaft.
Ihre Erkenntnisse:
Pferde haben keine starre Rangordnung wie HĂźhner oder WĂślfe.
Sie organisieren sich in dynamischen, situationsbezogenen Hierarchien.
Futter, Ruheplätze und Bewegung werden oft situativ verhandelt, nicht durch Gewalt geregelt.
Gewalt ist selten â und fast immer ein Zeichen fĂźr Instabilität, Ressourcenknappheit oder Stress.
Studien zeigen:
â˘In stabilen Herden ist die Anzahl an echten Auseinandersetzungen minimal.
â˘Dominanzverhalten ist hoch ritualisiert (z.âŻB. Drohblick, Ohren, Abstand), nicht kĂśrperlich aggressiv.
â˘Wunden, Lahmheiten und Unruhe treten Ăźberproportional in gemischten, instabilen Gruppen auf â v.âŻa. wenn zu wenig Platz oder Ressourcendruck herrscht.
Quelle u.âŻa.:
â Feh et al. (1993): Social behaviour and dominance relationships in a herd of Camargue horses.
â McDonnell (2003): The Equid Ethogram.
â Kiley-Worthington (1990): Equine Ethology.
Was NICHT stimmt:
â˘âDie mĂźssen das unter sich klären.â â Nein.
â˘âDas brauchtâs fĂźr die Rangordnung.â â Falsch.
â˘âDas ist halt normal.â â Nur in schlechten Haltungsbedingungen.
Warum dieser Mythos gefährlich ist:
â˘Er legitimiert Wegschauen bei Gewalt.
â˘Er verharmlost Verletzungen und Traumata.
â˘Er verhindert, dass wir verantwortungsvoll handeln.
Was Pferde brauchen:
â˘Viel Raum zur Ausweichbewegung
â˘Feste, stressfreie FĂźtterung (kein Rangeleien um Heu!)
â˘Stabile Gruppenstruktur mit sozial kompetenten Tieren
â˘Aufmerksame Menschen, die nicht âRangâ rufen, wenn ein Pferd Angst hat.
âRangordnung klärenâ ist keine biologische Notwendigkeit.
Es ist ein Ausdruck von Ăberforderung â nicht von Natur.
Wer Verantwortung Ăźbernimmt, lässt nicht klären âer gestaltet.