22/05/2026
Kastration bei einer komplexen Patientin – diese Entscheidung hat Vieles verändert.
Pixeline ist alles andere als ein Routinefall. Sie ist sensibel, reagiert stark auf Medikamente und bringt ein komplexes, fragiles gesundheitliches Gesamtbild seit ihrer Welpenzeit mit. Zusätzlich Futtermittelallergien, die tägliches Kochen notwendig machen. Weiterhin musste sie schon mehrere OP’s überstehen und erkrankte bereits sehr früh an einer schweren Pankreatitis. Genau deshalb haben sich die Halterinnen die Entscheidung für eine Kastration alles andere als leicht gemacht.
Mit 11 Jahren begann eine deutliche hormonelle Instabilität: verstärkte Scheinträchtigkeit und eine bakterielle Vaginitis. Der Ultraschallbefund wurde von verschiedenen Tierärztinnen (Zweit- und Drittmeinungen eingeschlossen) unterschiedlich eingeschätzt: von „altersmäßig normal“ über „muss so sein“ bis „Ist nicht wirklich ganz okay“ war alles dabei. Tatsächlich zu sehen waren im Ultraschallbild zwei kleinere Zysten und etwas Flüssigkeit im Uterus.
Doch mit der ersten Vaginitis stieg das Risiko für eine Pyometra. Zusätzlich wurden die Magen-Darm-Probleme größer und komplexer.
Die größte Herausforderung? Das richtige Timing.
Operationen in hormonell aktiven Phasen bergen ein deutlich höheres Komplikationsrisiko. Deshalb wurde Pixeline interdisziplinär betreut und stabilisiert – bis der Eingriff gezielt in einer hormonell ruhigen Phase durchgeführt werden konnte.
Dann war es so weit: die Ovariohysterektomie.
Durchgeführt mit moderner Hochfrequenzchirurgie – präzise, blutungsarm und gewebeschonend. Gleichzeitig konnten wir weitere wichtige Untersuchungen erledigen, um Pixeline nicht mehrfach narkotisieren zu müssen.
Warum war dieser Schritt so entscheidend?
Die Gebärmutter hatte sich stark verändert. Pixeline litt unter einer glandulär-zystischen Hyperplasie des Endometriums, die so in ihrer Größe und Stärke niemand vermutet hatte und die der Ultraschall – trotz mehrfacher Kontrollen – nicht abbildete.
Neben dem hormonellen Ungleichgewicht, dass den Magen-Darm-Trakt immer mehr beeinflusste, war die Gefahr einer Pyometra inzwischen mehr als real und eine Akut-OP bei einer nun 12 jährigen Hündin vermutlich schwerwiegend mit nichtabsehbaren Folgen.
Das Ziel war:
Die hormonellen Trigger auszuschalten, Stabilität zu schaffen und eine OP in einer Akutsituation unbedingt zu vermeiden.
Und genau das haben wir erreicht.
Pixeline zeigt uns einmal mehr: Medizin ist keine Schablone und jeder Fall ist individuell.
Individualität und enge Zusammenarbeit mit den Menschen, die uns ihre Tiere anvertrauen, sind unsere Stärken, die wir gern täglich in den Dienst der Tiere stellen.