14/04/2026
⚠️ Achtung - heute emotional …
Die letzten Tage waren anspruchsvoll. In der Seniorenresidenz gab es mal wieder so manche Downs, aber natürlich auch einige UPS.
Aber der Reihe nach:
Aktuell leben hier drei hochbetagte Hunde.
💛 Henry, mein fast 16 Jahre alter Golden Retriever/Labrador Retriever Mischling
💛Emma, meine fast 15 jährige Pflegehündin vom verein ProRetriever
🖤 Charlie, mein 15,5 jähriger Pflegehund vom Tierheim Butzbach
Henry lebt seit 8 Jahren bei uns, ich kenne ihn in und auswendig. An seinem Blick erkenne ich, ob es ein guter oder schlechter Tag wird, ob er eine höhere Schmerzmittel Dosis braucht, ob der Blutzucker gerade im Keller ist. Das macht es mir leicht, auf seine Bedürfnisse schnell einzugehen. Und manchmal auch unendlich schwer, weil ich nur begrenzt helfen kann.
Emma lebt seit eine guten Jahr bei uns. Von allen Senioren hier ist sie diejenige, die am deutlichsten ihre Bedürfnisse klar mache kann. Davon hat sie erstaunlich wenige, ihr ist vor allem Ruhe wichtig und die tägliche, kleine Waldpatrouille, die sie auch vehement einfordert.
Charlie, genannt Mörti (frei nach Mörtel L.), lebt erst seit gut 2 Monaten bei uns. Er ist tatsächlich ganz anders, als die beiden anderen und ich hab eine Weile gebraucht, bis ich manches bei ihm richtig deuten konnte. Er bellt, wenn er etwas möchte. Er bellt, wenn er etwas nicht gut findet. Und er bellt, einfach, weil er viel zu sagen hat. Anfangs dachte ich, er ist halt ein alter Hund und ein bisschen dement. Aber nach 2,5 Monaten mit ihm weiß ich: nein, er ist ganz sicher nicht dement. Er ist SEHR meinungsstark 😅 darf er auch sein!
Ich muss aber auch zugeben: bei aller Seniorenresidenz-Romantik ist Hospiz-Pflege manchmal anspruchsvoll und anstrengend. Und ohne die Unterstützung meines Mannes wäre es natürlich nicht machbar. Aber ja, es gibt selten eine Nacht, in der wir durchschlafen. Oft muss einer raus und da Henry die Treppe nicht mehr selbst läuft, heißt das auch oft, 28 kg nachts um drei nach draußen tragen. Manchmal auch 2-3 mal. Beim Füttern stehe ich hinter ihm und stütze seine instabile Hinterhand. Und viele Sorgen begleiten mich durch die Woche…
Ich habe kein gutes Gefühl, wenn ich Henry alleine lassen muss. Zu groß ist beispielsweise die Sorge, dass er ausrutscht und nicht mehr gut aufstehen kann.
Die Abende verbringe ich damit, Gelenke zu mobilisieren, Muskeln zu massieren, Nervenbahnen zu stimulieren.
Ich glaube, viele können nicht verstehen, wie sehr Ich mich aufopfere, Zeit und Geld investiere, damit die drei einen schönen Lebensabend haben.
Aber - ich mache es gerne. Weil ICH es so will. Weil es mir so viel gibt.
Und dann sind da die Momente, die mich berühren. Vor einigen Tagen hat mir eine Freundin eine ganze Menge Nassfutterdosen mitgebracht. Sie hatte einer Kundin von mir erzählt und diese wollte das Futter ihres verstorbenen Hundes meinen Pflegehunden schenken. Und dann war da diese Nachricht von gestern.
Gestern Abend bekam ich eine Nachricht von Emmas früheren Herrchen. Er musste Emma vor gut einem Jahr aufgrund schwerer Krankheit abgeben. Im letzten Jahr sind wir in Kontakt geblieben, ich habe ihm immer wieder Bilder und Infos zu Emma geschickt. Gestern schrieb er mir sehr persönliche und für mich bewegende Zeilen. Sein Krebs ist rückläufig. Und er dankte Philipp und mir für das Zuhause, das wir Emma geschenkt haben und er damit so viel inneren Frieden finden konnte und glaubt, dass das auch bei seiner Genesung geholfen habe. Ich war so ergriffen, dass mir direkt das Wasser in die Augen schoss. Diese Nacht habe ich mal wieder so richtig gut geschlafen. Weil ich weiß, dass es gut ist, was wir tun. Dass es richtig ist. Dass es alle Mühen wert ist. Und dass es Menschen gibt, die das schätzen. 💞