05/10/2026
„Hauptsache, der Hund funktioniert.“ Aber um welchen Preis?
Immer wieder erzählen mir InteressentInnen von Erfahrungen aus anderen Hundeschulen oder Hundepensionen, bei denen sich mir ehrlich gesagt der Magen umdreht.
Drei Beispiele, von denen mir berichtet wurde:
1️⃣ Körperliche Gewalt als „Training“
In einer Hundeschule soll vermittelt worden sein, Hunde bei unerwünschtem Verhalten auf den Boden zu drücken, auf den Rücken zu drehen, am Hals zu fixieren, einen Schnauzengriff anzuwenden, sie am Halsband nach oben zu ziehen oder Gegenstände nach ihnen zu werfen.
Ja, damit funktioniert ein Hund möglicherweise schneller, weil er Angst bekommt und versucht, Strafe oder Bedrohung zu vermeiden.
Aber das hat nichts mit Vertrauen, Zusammenarbeit oder einer echten Beziehung zu tun.
2️⃣ „Er muss da jetzt einfach durch.“
Bei einem Welpen beziehungsweise Junghund soll eine Trainerin das Boxentraining nicht kleinschrittig aufgebaut, sondern den Hund unter Zwang in die Box geschoben und die Tür geschlossen haben.
Der Hund jaulte, schrie, sprang hin und her und versuchte herauszukommen. Die Antwort der Trainerin: „Das muss er jetzt einfach ertragen. Der beruhigt sich schon.“
Aber ist ein Hund wirklich entspannt, nur weil er irgendwann still wird?
Eine Box sollte, wenn sie eingesetzt wird, ein sicherer Rückzugsort sein. Wie soll sie das werden, wenn sie von Anfang an mit Zwang und Angst verbunden wird?
3️⃣ „Die sind einfach zu anstrengend.“
Bei der Besichtigung einer Hundepension sollen Hunde in kleinen, verschlossenen Transportboxen im Eingangsbereich gestanden haben.
Auf die Frage nach dem Warum hieß es sinngemäß: „Die waren zu anstrengend und müssen sich jetzt beruhigen.“
Natürlich kann eine kurzfristige räumliche Trennung in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Aber kommen Hunde in kleinen Boxen, mitten im Durchgangsbereich mit Menschen und anderen Hunden, wirklich zur Ruhe?
Diese Methoden finden Anwendung nach dem Motto: Hauptsache, der Hund funktioniert.
Aber wollen wir nicht lieber einen Hund, der uns vertraut, sich sicher fühlt, mit uns kommuniziert und gerne mit uns durchs Leben geht? 🐾
Meine Bitte an euch:
Wenn ihr solche Methoden erlebt oder beobachtet, schaut bitte nicht weg!
Informiert euch, dokumentiert das Geschehen und scheut euch nicht davor, tierschutzrelevante Vorfälle den zuständigen Stellen zu melden.
Denn Gewalt, Einschüchterung und unnötiger Zwang haben nichts mit gutem Hundetraining oder verantwortungsvoller Betreuung zu tun.