27/09/2026
Erkenntnisse
Das letzte Flyballturnier war für mich erhellend…
Die, die uns verfolgen wissen, dass mein großes Ziel das Knacken der 4-Sekunden-Marke ist.
Dass K**a das kann, hat sie mehr als einmal bewiesen.
Dass sie das perfekte Gebäude dafür hat, diese Grenze nicht nur knapp zu unterschreiten, sieht ein Jeder, der sich mit Bodymechanik auskennt. Sie ist zierlich, unglaublich wendig, hinten perfekt gewinkelt und hat ein tolles Verhältnis von Sprunggelenk und Unterschenkel.
Sie wendet ausgezeichnet an der Box.
Dass sie zuviel, beim letzten Sprung an Diese, nachdenkt, um ihren Job dann auch noch entsprechend schnell zu machen, weiß ich. Aber das ist nicht alles….
Als sie am Wochenende aber angefangen hat, sich mit der Nachbarbahn zu batteln, wurde mir Einiges bewusster.
Wir Flyballer wollen das. Wir möchten, dass die Hunde sich bewusst mit der Gegenbahn batteln, weil das u.a. auch der Geschwindigkeit zuträglich ist.
Dass sie dabei auf ihrer eigenen Bahn verbleiben müssen, versteht sich von selbst.
Nun habe ich mich am Wochenende über K**as vereinzelt schlechte Zeiten gewundert. Bis Dominic, unser Boxenloader, feststellte, dass sie das nicht nur am Start macht, sondern seitlich glotzend bis zu ihm vor den Nachbarshund fixiert. Dass man dann nicht formschön die Hürden nimmt, geschweige denn auf die eigene Box fokussiert ist, und deshalb Zeit verliert, versteht sich von selbst.
Und nachdem ich wieder lange auf dem Weg vom Turnier nach Hause im Auto saß, wurde mir klar, dass ich mich von meiner dauerhaft verlässlich unter 4-Sekunden rennenden K**a verabschieden kann.
Dass Hunde uns Menschen in so Vielem ähneln und wir sie entsprechend ausbilden müssen, predige ich schon lange.
Es ist aber mein eigner Hund, der mir hier einmal mehr die Augen öffnet.
K**as Leistungen sind seit jeher abhängig von ihrem Charakter und ihrer Laune.
Sie ist klein. Aber hat ein Ego, was für alle unsere Hunde zusammen reicht.
Sie geht durch diese Welt, als gehöre Selbige ihr. Kein Wunder, sie ist mit Bodyguards (Nell&Boom) aufgewachsen, die ihr genau das vermittelt haben.
Sie fokussiert sich nicht ausschließlich auf einen schnöden Tennisball in einer Box, wenn drumherum die Welt passiert. Wenn IHRE Welt passiert.
Wenn es abseits der Absperrung noch was zu glotzen gibt.
Oder es sich die Gegenbahn erdreistet schneller zu sein.
Oder langsamer.
Oder (je nach Laune) es wagt überhaupt existent zu sein.
Zuverlässig beim Bringen ihres Balls ist sie trotzdem nahezu immer! Sie ist die gesamte Saison über hundert Läufe bei einstelliger Fehlerquote gelaufen.
Sie kann halt nur mehrere Gedanken gleichzeitig währenddessen durchgehen. Was Zeit kostet.
Ich lieb sie trotzdem. Maximal 1min nachdem ich sie deshalb kurz gar nicht mehr leiden kann.
Und so nehmen wir sie eben wie sie ist.
Weil auch wir Menschen nicht nur aufgrund unserer körperlichen Merkmale leistungsfähig sind.
Das Gesamtbild entsteht durch so viele Puzzleteile, an denen wir bei uns und beim Hund teilweise nur bedingt arbeiten können.