04/08/2026
Anaplasmose Katze
Liebe Tierfreunde
Mit diesem Beitrag will ich sensibilisieren, damit Katzen nicht unnötig leiden. Es ist mir ein besondere Herzensangelegenheit, da ich leider schon betroffen war und aktuell eine Katzen meiner Freundin und eine Kundin ihre Katze an Anaplasmose erkrankt ist.
Anaplasmose, die einen werden Fragezeichen haben, andere denken ich will irgendwie Antiparasitika verlaufen. Nein, will ich nicht. Ich möchte sensibilisieren, weil Anaplasmose, gerade bei Katzen, oft übersehen wird und selbst Tierärzte manchmal nicht wirklich daran denken. Aktuell wurde die Katze einer Freundin, als Katzenhalterin von 2 Tierärzte von Praxen und einer einer von einer Tierklinik belächelt, als sie Anaplasmose testen lassen wollte. Erst hörte sie auf die Tierärzte, als dann die Symptome noch diffuser wurde, setzte sie sich durch, zwar eher als Auschlussdiagnose gedacht. Das Resultat überraschte Schlussendlich alle. Anaplasmose. Und das bei einem jungen Kater, der nicht mal ein Jahr alt ist, gesicherten Freigang hat und bisher eine Zecke entdeckt wurde.
Anaplasmose soll bei Hunden häufiger sein, als bei Katzen. Bei Hunden ist Anaplasmose jedoch bei den Hundehalter und Tierärzte auch besser im Gedächtnis. Vermutlich ist es bei Katzen nicht grundsätzlich weniger. Sondern es wird nicht Diagnostiziert.
Was ist Anaplasmose
Anaplasmose wird durch Bakterien der Anaplasma verursacht, wobei Anaplasma phagocytophilum die am häufigsten betroffene Art ist, an dem Katzen erkranken.
Diese Bakterien sind in den Zellen lebende Parasiten, die in den weißen Blutkörperchen als Wirte leben und sich vermehren. Diese Bakterienart ist bekannt dafür, eine Erkrankung namens Human (Mensch) Granulocytic Anaplasmosis (HGA) beim Menschen zu verursachen, und kann auch verschiedene Säugetiere, einschließlich die Katzen, infizieren.
Die Anaplasmose wird hauptsächlich durch Zecken übertragen, vorwiegend durch den gemeinen Holzbock. Selten durch Bluttransfusion.
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit, also die Zeit vom Biss bis Ausbruch der Anaplasmose, können sehr variieren. Das kann wenige Tage bis Wochen sein.
Symptome Katzen
Leider sind die Symptome sehr vielfältig und unspezifisch und oft einen Strauss an Symptome, wo man denkt, sie paaren nicht zusammen, jedoch das klassische Bild der Anaplasmose.
Häufig sind:
Weniger fressen bis Appetitlosigkeit. Magen-Darm Probleme. Lethargie.Rückzug. Fieber bis hin zu schnellem Anstieg der Temperatur. Gelenk- und Muskelschmerzen, die sich als Lahmheit oder generelle Bewegungsunlust äußern können.Schlimmstenfalls Blutungen, wie Nasenbluten, weil Anaplasmose die Gerrinung stören kann. Anaplasmose kann die Gerrinung so stark beeinflussen, dass es bei Operationen zu schweren Komplikationen kommen kann.
Fall 1 Pagira von Judith
Patina war eine Findelkatze, die Krankheit ausgesetzt wurde. Sie hatte viele Baustellen, die wir aber gut in den Griff bekamen. Selbst ein Bandscheibenvorfall mit Neurologie, der Not operiert wurde, blieben keine Folgeschäden. Aber es kam die Zeit, wo wir diffuse Symptome hatten, wie komische Blutwerte, die nicht zusammen passten und vor allem diffuse Beschwerden der Gelenke, wo wir weder eine orthopädische Ursacge noch eine neurologische Ursache diesmal finden konnten. Meine Tierärztin meinte damals, bevor wir jetzt die ganz grosse Untersuchungsmaraton starten, machen wir alle sinnvolle Untersuchungen zu Infektionen, inkl. Zecken. Pagira hatte immer einen Schutz, aber das war in der Zeit, wo Frontlne resistent wurde und sie deshalb öfters Zecken hatte. Klar hab ich sofort umgestellt. Aber es war zu spät.
Und dann kam das Ergebnis. Anaplasmose positiv. Diese Diagnose war vor knapp 10 Jahre bei einer Katze fast schon eine Sensation.
Pagira wurde dann mit Antibiotika behandelt. Es ging ihr schnell besser. Pagira hatte aber eine chronische Form. Immer wieder gab es wieder Rückfällig, die sie aber immer wieder gut überstanden hat. Anaplasmose hätte Pagi auch überlebt. Ein Darmkrebs hat leider das Leben einer speziellen, aber wundervollen Katze, nach 5 Jahren bei mir, für immer erlischt.
Fall 2 von meiner Freundin
Die Freude war gross, als zwei kleine Racker aus dem Tierschutz bei ihr einzogen. Sie wusste, dass der Start nicht optimal war und einer der kleinen auch mit Magen-Darm Beschwerden zu kämpfen hat. Aber das sollte sich als kleinstes Problem zeigen.
Die Eingewöhnung lief ganz gut. Die kleinen haben sich schnell an ihr neues Zuhause gewöhnt. Wie es auch heute oft auch noch ist, werden Katzen im Tierschutz mit Futterspenden gefüttert. Und das ist nicht immer das beste. Sie versuchte die Zwerge natürlich schnellstmöglich an hochwertiges Futter zu gewöhnen. Das gelang, gerade zu Anfang bei der Erkrankten Katze sehr gut. Auch wurden die kleinen an den gesicherten Garten gewöhnt. Alles schien perfekt.
Und dann kam der Samstag im Frühjahr 2026. Das Büsi genoss mit seiner Katzenkuppel den frühlingshaften Garten. Alle waren froh und entspannt bis der Kater plötzlich humpelnd ankam. Gut, junger Kater der mal humpelt braucht man nicht gleich ein Careteam. 1 malig Metacam und etwas Ruhe, dass wird schon wieder. Es wurde aber irgendwie nicht besser, Medikament schienen, die meine Freundin auf verschreibung des Tierarztes gab, wie sie Wasser gegeben hätte als Schmerzmittel. Gut eine Bänderdehnung, ein kleiner Muskelfaserriss kann ja auch etwas länger ziemlich schmerzen und bei Kater ja sowieso. Gesagt getan, Schmerzmanagment ausgebaut. Wiedererwarten brachte dies nicht nur keine Wirkung, sondern der kleine Mann hat auch weniger angefangen zu fressen. Auch daß war noch nicht so sehr beunruhigend, da das ja eine bekannte Nebenwirkung fast aller Schmerzmittel ist. Was nun, lieber erst Ursache klären, bevor man neues Schmerzmanagment versucht. Gesagt getan, Termin für orthopädische Untersuchung sowie Röngenbilder vereinbart und Wahr genommen. Schon während der Wartezeit auf den Termin warten die Lahmheit plötzlich wieder auf der anderen Seite. Gangbilder war, wenn er lief und sich gleich wieder hin setzte doch auffällig. Aber nichts eindeutiges, sondern ein diffuses Bild. Eine Mischung von Lahmheit/Schmerz und neurologischen Auffälligkeiten. Umso wichtiger war die Untersuchubg/Diagnostik.
Tierarzt Nr. 1 fand weder eine orthopädische Ursache noch eine neurologische Ursache. Die Röngenbilder zeigten zwar eine HD, was ja rassentyousch ist, aber erklärt noch die Beschwerden noch das Gangbilder. VD: Misstritt mit leichtem Muskelfaserriss. Wechsel von Metacam auf Onsior. Blutbild erachtet sie als unnötig bei so einer jungen Katze. Leider zeigte auch das Onsior nicht wirklich die erwünschte Wirkung. Im Gegenteil. Die Symptome wechselten ständig, nur dass der kleine herr immer weniger gefressen hatte, bewegungsunlust bis hin zu Lethargie zeigte, sich immer mehr zurück zog und auch dass fressen teilweise fast komplett einstellte. Unzählige Bemühungen ihn zum fressen zu animieren, waren nicht wirklich von Erfolg gekrönt.
Da der kleine Kater sehr schnell gestresst ist, haben wir und msl dessen Bilder angeschaut. Klar sind wir keine Tierärzte, aber gerade in bezug auf Lagerung und Technik dürfen wir uns sicherlich eine Meinung bilden. Leider mussten wir feststellen, dass die Bilder von der Lagerhung her suboptimal sind und auch sonst nicht die beste Radiologische Leistung. Gut, nicht zu ändern. Aber was ja immer wieder sich als sinnvoll erwiesen hat, ist die Beurteilung eines Radiologen. Der Telefon Joker hat gut funktioniert und alle Bilder wurden zeitnah von einem erfahrenen Radiologen beurteilt. Zudem hat sich ein orthopädische Fachtierarzt und ein Neurologen/Neurochirurg sowie in Internist sich mit den Bilder, Gangbild und dem Anamnese umgehend interdisziplinär Beschäftigt.
Sie kamen zum Schluss, dass dies alles keine sinnvolle Erklärung/Diagnose möglich ist und es keine Erklärung für dieses Beschwerdebild gibt. Der Orthopäde/Internist waren der Meinung, dass es womöglich eine Instabilität in den Knien sein könnte, auch wenn diese von Tierarzt Nummer 1 nicht bestätigt wurde. Jedoch erkläre diese auch nicht das Beschwerdebild. Eine neurochirurgiscge Ursache, wie eine Stenose, BSV usw. hat der Neurologe von den Befunden praktisch ausgeschlossen. Und wäre jetzt nicht die erste weitere Diagnostik. Alle waren sich einig, dass Infektiöse Ursache ausgeschlossen werden sollten. Leider, aufgrund der Distanz, konnten diese Fachtierärzte nur anhand der Akten helfen und den Kater nicht selber untersuchen.
Und zwar komplette Infektiologie neben dem Blutbild. Der Kater kam aus dem Tierschutz, was ja löblich ist. Leider war der Verein nicht der seriöseste. Die Katzen würden Leukose geimpft ohne Test. Von Felv/Fiv reden wir erst recht nicht.
Gut es besteht handlungsbedarf, Termin zur Blutentnshme vereinbart. Und wieder los. Die Tierärztin machte zwar die Blutentnahme, war jedoch nicht sehr überzeugt. Die komplette Infektiologie zu machen war sie nicht wirklich bereit. Auch den Radiologie Bericht, der erstellt wurde, fand sie eher als überflüssig. Und auch die Hinweise, gewisse Röngenbildern im Verlauf, gerade ausgewachsen, zu wiederholen, fand sie übertrieben. Leider brachten die ersten Blutergebnidde keine Klarheit, sondern das Bild wurde immer diffusen. Auffälligen Werte wie CK, tiefes T3 usw. Aber auch da fehlten wieder Werte, die gerade wegen der rasse wichtig gewesen wäre wie BNP-WERT usw. Gen Test auf PKD konnten wir noch nach fordern.
Ein Tag später, natürlich wieder an einem Samstag, wollte sich der Kater nicht mehr bewegen, zog sich völlig zurück und stellte das fressen ein. Kurzzeitig überlegte Melanie sich mit Kortison zu versuchen. Jedoch war ihr klar, wenn dies infektiös ist, könnte das böse schief gehen, da bei einer Infektion womöglich das Kortison die Infektion anfeuern Zudem ist offen, ob am Herz was ist usw. Schlussendlich war ihr es zu riskant. Sie Packte das Büsi und fuhr mit ihm in die Klinik.
Dort hatte sie glück und hat einen Orthopädie affinen Notfalltierarzt Dieser stellte dann tatsächlich fest, dass die Patelli eine Patellaluxation Grad 2 haben. Deshalb er sicherlich instabilen ist. Womöglich deshalb auch Auswirkungen auf Rücken. Infektiös schloss er nicht wirklich aus, war bei ihm aber auch nicht die Ursache. Bei Verschlechterung sollte ein Neurologe sich der Katze annehmen. Er bekam ein starkes opipidhaltiges Schmerzmittel, Mirtazapine in reserve und durfte zurück nach Hause. Er war auch der erste Tierarzt, wo mit Gabapetin nun versuchte und weg von den nsaid. Das starke Schmerzmittel führte dazu, dass er danach kurzzeitig wieder bewegungsfreidiger und aktiver wurde, jedoch bewirkte es keinen positiven Einfluss auf das Fresssverhalten. Am nächsten Tag bekam er einmalig Mirtazapine, daraufhin hat er mal gut gefressen. Jedoch zeigte das eingesetzte Gabapetin nicht die erholte Wirkung und als die Opiatwirkung weg war, fingen die Probleme gleich von vorne an.
Meine Freudin hatte dann so ein Bauchgegühl, dass die Schmerzen doch vom Rücken aus kommen. Und machte einen kurzen Therapieversuch mit tief Dosiertem Kortison. Dies führte zwar dazu, dass er wieder etwas aktiver war, sich etwas bewegte, jedoch völlig atypisch nicht besser gefressen hat, im Gegenteil. Sehr auffällig war immer, dass er 3-4 Schritte ging und er sich wieder setzen musste.
Die div. Auffälligen Blutwerte, die ja keine orthopädische Ursache hatten mussten ja auch kontrolliert werden. Schlussendlich ist das Büsi ja nicht mal 1 Jahr alt und er soll ja keine Schäden erleiden. Zudem war die ersten Erfolge mit dem Kortison schon wieder am abklingen. Sie ging nun zu Tierarzt nr. 3. Sie ließ der Katze Blut abnehme, alles nach Kontrolliere und bestand diesmal auf der kompletten Infektionskrankheiten, die sinnvoll sind. Also Felv/Fiv, Fip wurde zuvor schon Komplette das Screning gemacht, wegen neuro Fip, Anaplasmose und Toxoplasmose. Klar gab es erneut eine Diskussion. Anaplasmose, Toxoplasmose wurde für unnötig erachtet, da es ja sehr selten sei und bei Katzen unter 1 Jahr erst recht. Diesmal setzte sich aber meine Freundin durch und sagte, ich bezahle also bitte machen und wenn es nur zum Ausschluss ist.
In der Wartezeit vom Labor hatte der kleine Mann auch noch Giardien. Durchfall, schlecht oder nicht gefressen, Gewichtsverlust. Klar konnte man dies mit Giardien erklären. Nur waren die Symptome für Giardiose dann wieder eher leicht, jedoch die Auswirkungen schwer. Auch das passte leider nicht wirklich als schlüssige Erklärung zusammen.
Die ersten Blutwerte waren da. Was nicht die Erklärung brachte, sondern nur noch mehr Fragezeichen ergab. CK weiterhin hoch, t3 tief, ein Leber-Wert erhöt usw. Aber nichts was wirklich Sinn ergibt. Nun war aber erst abwarten angesagt, da so einige Werte fehlten.
Während der Wartefrist haben sich erneut Spezialisten die Köpfe zusammen gehalten und studiert, Laborwerte und Verlauf analysiert und diskutiert, was die Ursache sein könnte. Für den Internisten stand schnell fest, dass man das Aldosteron noch testen lassen sollte, weil alles andere, was zu diese Werte führen kann, eigentlich schon getestet worden ist, teilweise mehrfach.
Melanie schrieb dann dem Tierarzt eine Mail, dsss sie doch bitte das Aldosteron nach bestimmen lassen sollten. Sie riefen dann an, dass sie es nicht bach Testen lsssen können, da sie kein eingefrorenes Serum oder EDTA Plasma hätten. Daraufhin machte Melanie einen Termin für den nächsten Tag.
Am nächsten Tag in der Praxis angekommen wurde sie von allen mit grossen und ungläubigen Augen angeschaut und man teilte meiner Freundin mit, dass die restliche Befunde gekommen sind und das Anaplasmose tatsächlich positiv ist und ihr Büsi an Anaplasmose erkrankt sei. Meine Freundin war wohl ebenso sprachlos, aber wohl auch erleichtert, dass wir eine Ursache haben, die Therapiert werden kann.
Der Kater bekam sofort für 3 Wochen Doxicykline. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich eine Besserung. Und es ging jeden Tag besser und aktuell ist er relativ stabil was fressen angeht und der Bewegungsappart ist deutlich besser. Er erfreut sich wieder des Lebens. Geht raus, hat zugenommen etwas usw.
Die Anaplasmose, wie sich das Beispiel an diesem Kater zeigt ist gut behandelbar. Die Bakterien vermehren sich intrazellulär, also im Inneren der Blutzellen. Dadurch sind sie für das körpereigene Immunsystem schwerer greifbar und können sich an den Wänden von Blutgefäßen in Organen wie Leber, Niere oder Lunge festsetzen und werden meist durch das Antibiotika nicht zu 100 Prozent besiegt. Das Bakterium kann im weiteren leben wieder aktiv werden. Beispielsweise durch stress, Operationen und Krankheiten usw. Bei Pagira war das so und wir mussten immer mal wieder therapieren. Für den Kater hoffe ich, dass er davon verschont bleibt.
Das Beispiel von unseren Büsis zeigt eindrücklich, wie schwer Anaplasmose festgestellt wird bei Katzen. Meine Freundin wurde von 2 Tierärzten und einer Klinik nicht ernst genommen in bezug auf die Anaplasmose. Dank ihrer Erfahrung, da sie beim Tierarzt gearbeitet hat und durch meine Unterstützung und die Unterstützung meiner Fachtierärzte Länderübergreifend gelang es uns nach langer Zeit, die Tierärztin zu überzeugen und schlussendlich auch zur richtigen Diagnose zu kommen. Und der Erfolg der Therapie ist die Bestätigung. Aber alles war einen riesigen Kampf, der nicht jeder ausfechten kann. Daher schrieben ich diesen Beitrag. Um Besitzer zu sensibilisieren und ihnen Wissenswaffen an die Hand zu geben, wenn Katzen leiden und es keine Erklärung angeblich gibt. Was Pagira und der Kater leiden mussten, möchten wir hiermit anderen Katzen ersparen.
Autoren Judith Amrein copyright ©️