03/10/2026
Wir können unseren Hunden nicht jeden Stress abnehmen 🐾
Natürlich sollten wir unsere Hunde nicht unnötig belasten oder bewusst in Situationen bringen, die sie überfordern. Trotzdem können – und müssen – wir sie nicht vor jedem Stress schützen. Denn Stress gehört zum Leben dazu.
Ein freilaufender Hund kommt plötzlich auf uns zu, vor dem Haus beginnen Bauarbeiten, ein Handwerker muss in die Wohnung oder beim Tierarzt ist eine unangenehme Untersuchung nötig. Manchmal läuft der Alltag einfach anders als geplant.
Wir können die Welt um unseren Hund nicht vollständig kontrollieren.
Deshalb sollten wir nicht überlegen, wie wir Stress vermeiden, sondern wie wir unseren Hund im Umgang damit unterstützen können.
Das bedeutet NICHT, ihn bewusst in überfordernde Situationen wie volle Weihnachtsmärkte oder Hundemessen mitzunehmen. Resilienz entsteht nicht durch möglichst viel oder möglichst starken Stress.
Es geht um unvermeidbare Herausforderungen des Alltags – in einem Rahmen, den der Hund bewältigen kann.
Er darf lernen, Abstand zu suchen, sich aus Situationen zu lösen, sich an seinem Menschen zu orientieren und nach Aufregung wieder zur Ruhe zu finden.
Dabei sollten wir aber auch realistisch bleiben: Genetik und Epigenetik, Entwicklung, Sozialisation, Erfahrungen, Lerngeschichte, Gesundheit und Charakter beeinflussen, wie ein Hund mit Belastungen umgeht.
Training kann das nicht einfach verändern.
Aber wir können seinen Handlungsspielraum erweitern, ihm Strategien mitgeben und ihn bei der Erholung unterstützen.
Wir müssen unsere Hunde nicht vor jedem Stress schützen – aber auch nicht unnötigem Stress aussetzen.
Wir dürfen ihnen zutrauen, Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig da sein, wenn sie uns brauchen. 🐕💛