15/08/2026
Danke Gitti Ziegelmeier von Balance mit Hund
Auf der einen Seite der „dressierte“ Hund: Marker, Futter, Signale, Alternativverhalten.
Auf der anderen der Hund als Sozialpartner: Beziehung, soziale Kommunikation, Orientierung am Menschen.
Ist diese Gegenüberstellung fachlich ok?
Ich denke: nein.
Kommunikation findet immer statt.
Watzlawicks berühmtes Axiom „Man kann nicht nicht kommunizieren“ bezieht sich auf Menschen. Der Grundgedanke ist auch in der Kommunikation mit Hunden wichtig, finde ich.
Wir kommunizieren ständig, auch wenn es uns gerade nicht bewusst ist.
Bewegung, Körperhaltung, Blickrichtung, Annäherung oder Entfernung – all das kann Information sein. Entscheidend ist, wie es verstanden wird.
Und meine Handlung hat für meinen Hund nicht automatisch die Bedeutung, die ich ihr zuschreibe.
Wenn ich einen Hund körperlich hemme:
Kommuniziere ich tatsächlich „in seiner Sprache“ - weil Hunde sich untereinander hemmen? Hat es für ihn die gleiche Bedeutung wie für uns?
Hund-Hund-Kommunikation ist innerartlich.
Mensch-Hund-Kommunikation findet zwischen zwei Arten statt.
Wir lernen im Zusammenleben die Signale des anderen zu lesen und zu deuten.
Damit sind wir beim nächsten wichtigen Punkt:
Lernen findet ständig statt.
Lernen beginnt nicht erst, wenn ich Marker oder Futter verwende
oder sage: Jetzt trainieren wir.
Hunde lernen Zusammenhänge:
Was kündigt etwas an?
Was funktioniert?
Was sollte ich vermeiden?
Ist das Gegenüber vorhersehbar?
Wie kann ich Einfluss nehmen?
Auch ein Hund, der auf Körpersprache reagiert oder sich „ohne Signal“ am Menschen orientiert, hat
… tadaaa…
gelernt.
Ja, auch durch körperliche Hemmung kann ein Hund lernen.
Doch was lernt er dabei – und ist es das, was wir vermitteln wollten?
Statt dich zu fragen
Training ODER soziale Kommunikation?
Dressur ODER Beziehung?
Lernen ODER soziales Miteinander?
frage dich lieber:
Was kommunizieren wir?
Was versteht der Hund?
Was lernt er dabei?
Welche Erfahrungen macht er mit uns?
Bewusst trainierte Signale helfen, Kommunikation verständlicher zu machen. Alternativverhalten kann Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Lernen hört nicht dort auf, wo wir anfangen, unser Handeln soziale Kommunikation zu nennen.