27/08/2026
Für mich ist es schlichtweg unverständlich, wie man Kunden derart hinters Licht führen kann.
Wenn einem Kunden verkauft wird, dass ein Airedale Terrier „getrimmt“ wurde und man gleichzeitig den Eindruck vermittelt, man kenne den Rassestandard. Und man weiss wie ein Terrier fachgerecht getrimmt wird, dann erwarte ich auch, dass das tatsächlich der Wahrheit entspricht.
Niemand kann jede Rasse perfekt beherrschen. Das erwarte ich auch gar nicht. Ich selbst bin ebenfalls nicht auf jede Rasse spezialisiert. Aber genau dann sollte man ehrlich sein und es offen kommunizieren.
Ein ehrliches: „Ich kenne mich mit dieser Rasse nicht ausreichend aus und möchte lieber an jemanden verweisen“ wäre für mich absolut respektabel.
Was ich hingegen nicht akzeptieren kann, ist, dem Kunden eine fachgerechte Leistung vorzutäuschen, die offensichtlich nicht erbracht wurde. Denn der Kunde vertraut darauf, dass sein Hund nach den rassetypischen Anforderungen gepflegt wird. Er kann schliesslich nur das beurteilen, was man ihm als Fachmann oder Fachfrau erzählt.
Auch ich würde niemals behaupten, einen Pudel perfekt für eine Ausstellung schneiden zu können. Dafür gibt es Spezialisten, die ihr Handwerk seit Jahren beherrschen. Und genau diese Grenzen zu kennen, zeichnet für mich einen guten Hundefriseur aus. Nicht der Anspruch, alles zu können!
Und leider ist der Schaden bei einem geschorenen Terrier nicht einfach mit einem „ist halt nicht perfekt geschnitten“ gleichzusetzen. Das Scheren verändert die Fellstruktur und nimmt dem Terrier sein rassetypisches Erscheinungsbild.
Es geht hier deshalb nicht um Perfektion.
Es geht um Fachwissen, Verantwortung und vor allem Ehrlichkeit gegenüber dem Kunden.
Wenn die entsprechende Erfahrung fehlt, dann sollte man dazu stehen. Alles andere ist gegenüber dem Kunden unfair und letztlich trägt der Hund die Konsequenzen.