15/05/2026
Im Wuppertaler Zoo sorgt ein besonderes Humboldt-Pinguin-Paar seit einiger Zeit für Aufmerksamkeit. Zwei männliche Tiere haben dort eine enge Bindung aufgebaut und einen starken Brutinstinkt entwickelt. Weil sie selbst kein Ei legen können, suchten sie nach einer eigenen Chance, ein Küken großzuziehen.
Mehrfach schnappten sich die beiden ein Ei aus einem anderen Pinguin-Nest und begannen, es sorgfältig auszubrüten. Im Wechsel saßen sie auf dem Ei, schützten es vor Kälte und Störungen und erfüllten damit alle Aufgaben, die sonst ein klassisches Pinguin-Elternpaar übernimmt. Nach dem Schlüpfen kümmerten sich die beiden hingebungsvoll um das Jungtier, fütterten es und wärmten es in ihrer Bauchfalte.
Gleichgeschlechtliche Paare sind bei Pinguinen und vielen anderen Tierarten kein Einzelfall. In zahlreichen Zoos werden solche Paare gezielt eingesetzt, um verwaiste oder überschüssige Eier zu adoptieren, weil sie als besonders fürsorglich gelten. Die Geschichte aus Wuppertal zeigt, dass Familie in der Tierwelt vor allem dort entsteht, wo Fürsorge, Schutz und Bindung im Mittelpunkt stehen - unabhängig davon, wer die leiblichen Eltern sind.