28/10/2022
Grenzen setzen ist erlaubt, ja, sogar erwünscht. Das hilft dem Hund, sich in unserem sozialen Verband gut zurecht zu finden. Aber anstelle von Bestrafung mit aversiven Trainingsmitteln (laute Stimmer, Wasserspritze, Wurfkette oder Schepperdose) dem Hund ein Verhalten «auszutreiben», wäre es einiges sinnvoller, dem Hund zu zeigen, was genau er denn tun darf. Grenzen setzen heisst aber auch, dass folgende Regeln vom Hundehalter befolgt werden müssen, damit es für den Hund verständlich ist und das erwünschte Verhalten auch nachhaltig bestehen bleibt:
🐕 Welches Verhalten hätte ich denn gerne von meinem Hund anstelle des unerwünschten Verhaltens? Der Hund braucht ein Alternativverhalten, er weiss sonst nicht, was er in bestimmten Situationen tun soll oder darf.
🐕 Muss ich dieses Alternativverhalten zuerst trainieren oder kann der Hund das bereits?
🐕 Eine Bestrafung (z.B. Einschränkung) muss extrem zeitgenau passieren und jedes Mal erfolgen, wenn der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt.
🐕 Achtung: Der Hund kann den unangenehmen Moment einer Bestrafung mit anderen Umweltreizen verknüpfen, so dass zusätzlich Probleme entstehen.
🐕 Eine negative Konsequenz auf sein unerwünschtes Verhalten muss angekündigt werden. Der Hund soll die Gelegenheit haben, sein Verhalten auf ein Signal hin selbst zu unterbrechen.
🐕 Zusätzlicher Frust kann beim Hund durch Bestrafung aufgebaut werden.
Auf der einen Seite müssen Situationen, in welchen Hunde unerwünschtes Verhalten zeigen, möglichst immer so gemanagt werden, dass der Hund keine Gelegenheit hat, dieses auszuführen. Auf der anderen Seite sollten wir immer auf der Jagd nach gutem Verhalten sein und dieses dem Hund auch zuverlässig belohnen.
➡️➡️➡️ Achte bei der Wahl einer Hundeschule, dass auf keinen Fall mit aversiven Trainingsmitteln gearbeitet wird. Das ist definitiv veraltet und lässt vermuten, dass zeitgemässe und wissenschaftlich aktuelle Trainings- und Lernmethoden dort noch nicht angekommen sind.
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