01/03/2025
Mut zur Freiheit...
In all den Jahren begegneten mir die unterschiedlichsten Reha-Pferde. Allen war Eines gemein: ihr Körper spiegelte so eindeutig ihre inneren Bedürfnisse. Der Wunsch nach Freiheit: schauen dürfen, was vor ihnen liegt. Freiheit von Konventionen, von Formvorgaben. Pferde sind grundsätzlich lustige Geister. Sie haben Humor und zeigen diesen gern auch im Zusammenspiel mit ihren Menschen.
Wir hingegen sind oft geprägt von unseren Vorhaben und schauen uns dann ab, lassen uns leiten und pressen unsere Zukunftsvisionen dann in Schablonen. Wir Reiter glauben oftmals wirklich das Bild des erhabenen, stolzen Pferdes schon vor dem Werden in diese Haltung setzen zu müssen und vergessen dann, dass dies das Werden verhindert.
Frustrationen ist das Ergebnis: "Ich trainiere nun seit 3 Jahren und sehe immer noch keinen Unterschied...muss es wohl daran liegen, dass ich nur ein Freizeitpferd ohne Potenzial besitze? Vielleicht liegt es auch am Gebäude.Er hat halt kein Talent."
Auf dem folgenden Foto seht Ihr ein typisches, irisches Freizeitpferd (Kreuzung aus Kaltblut- und Vollblutpferden), zu langer Rücken, Vorbefunde, charakterlich zum Reiter bis zum Ausbildungsreset problematisch bis gefährlich.
In weniger als 16 Monaten, mit einigen Pausen, ohne Reiterarbeit, gebisslos ohne Ausbinder, keine großen Trainingseinheiten: Osteopathie, Fütterung und die Freiheit, bei der Boden- & Freiarbeit den Kopf so tragen zu dürfen, wie er es brauchte (Außenstellung, in den Wolken) ergaben diese bildhafte Veränderung...