26/10/2026
🐴🍂 Rittigkeitsprobleme oder Dauerrosse im Herbst? Warum viele Stuten jetzt „aus dem Takt“ geraten
Ist deine Stute im Herbst plötzlich berührungsempfindlich am Bauch, unruhig beim Reiten, zeigt Verhaltensänderungen oder scheint gar nicht mehr aus der Rosse herauszukommen? 🤔
Gerade in dieser Jahreszeit beobachten wir bei vielen Stuten sogenannte Übergangsrossemuster (Transition Phase). Doch was steckt dahinter?
☀️ Das Tageslicht als Taktgeber
Pferde sind saisonal polyöstrisch – ihr Zyklus wird maßgeblich durch die Tageslichtlänge gesteuert.
Im Frühjahr erwacht der Zyklus mit länger werdenden Tagen.
Im Herbst passiert das Gegenteil: Die kürzer werdenden Tage signalisieren dem Gehirn (über die Melatoninausschüttung), die Fortpflanzungssaison langsam zu beenden.
🔄 Das Problem der Übergangsphase
In dieser Übergangsphase reicht die Tageslichtlänge oft nicht mehr aus, um den entscheidenden Hormonschub (LH-Peak) auszulösen, der für den Eisprung (Ovulation) notwendig ist.
Die Follikel auf den Eierstöcken wachsen zwar heran und produzieren Östrogen – aber sie ovulieren nicht.
Die Folge: Die Follikel werden oft ungewöhnlich groß, bevor sie sich zurückbilden oder anovulatorisch persistieren.
Das Resultat für die Stute: Ein dauerhaft hoher oder schwankender Östrogenspiegel ohne die ausgleichende Progesteronphase. Das führt bei empfindlichen Stuten zu verlängerter, oft sehr ausgeprägter und schmerzhafter Rosse sowie spürbaren Rittigkeitsproblemen.
🎥 Ein Blick in das Ultraschallbild (siehe Video)
Im heutigen Video seht ihr zwei typische gynäkologische Befunde, die wir in der Praxis häufig sehen:
Extrem große Übergangsfollikel, die nicht platzen, sondern weiter heranwachsen und Hormonschwankungen verursachen.
Endometriumszysten (Gebärmutterzysten):
🩺 Was kann man tun?
Wenn deine Stute im Herbst stark unter der Übergangsphase leidet, muss sie da nicht einfach „durch“. Durch eine gezielte gynäkologische Ultraschalluntersuchung lässt sich genau feststellen, auf welchem Stand sich Eierstöcke und Gebärmutter befinden und ob eine hormonelle oder unterstützende Therapie sinnvoll ist, um der Stute Erleichterung zu verschaffen.