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27/09/2026

KONSEQUENZ. FÜHRUNG. GRENZEN. ERZIEHUNG.

Alles Wörter, die auch wir im bedürfnisorientierten Hundetraining verwenden.

Und trotzdem können hinter denselben Worten zwei völlig unterschiedliche Welten stehen.

Denn was bedeutet „Grenze setzen“, wenn dahinter Schmerz steht?

Was bedeutet „Konsequenz“, wenn ein Hund Angst haben muss, damit er gehorcht?

Was bedeutet „Führung“, wenn Widerstand mit körperlichem Druck gebrochen wird?

Vielleicht ist genau das das Problem:

Wir haben angefangen, Gewalt mit schöneren Worten zu versehen.

Nicht mehr schlagen – "korrigieren".
Nicht mehr einschüchtern – "Führung zeigen".
Nicht mehr Schmerz zufügen – "Konsequenz sein".
Nicht mehr Angst machen – "Grenzen setzen".

Und plötzlich klingt etwas ganz anders, obwohl sich für den Hund vielleicht gar nicht so viel verändert hat.

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach:

Ein Hund muss keine Angst vor uns haben, damit wir ihn führen können.
Er muss keinen Schmerz erleben, damit wir ihm Grenzen geben können.
Und er muss nicht gebrochen werden, damit er mit uns kooperiert.

Es zählt nicht, wie wir es nennen - sondern, was es für den Hund bedeutet.

25/09/2026

Mehrhundehalter werden das kennen. 😂

Du wolltest eigentlich nur EINEN Hund haben …
und plötzlich koordinierst du eine kleine Hundebande, hast mehr Leinen als Handtaschen und weißt ganz genau: Wenn einer losrennt, kommen die anderen hinterher. 🫠

Und natürlich muss auch jeder an exakt derselben Stelle pi***ln. 😂

Welche Situation fehlt noch? 👇

20/09/2026

Diese Aufgabe sieht langsam aus – ist für den Kopf aber ganz schön anspruchsvoll. 🌿🐕

Gerade für Hunde, die gerne „arbeiten“ und dabei schnell mal ins Vollgas schalten, kann bewusstes, langsames Balancieren eine spannende Herausforderung sein.

Jeder Schritt will gut gesetzt werden.
Das Gleichgewicht muss gehalten werden.
Der Körper muss koordiniert werden.
Und einfach schnell nach vorne funktioniert hier nicht. 😉

So wird aus einem einfachen Baumstamm eine Aufgabe, die Konzentration, Körpergefühl und bewusste Bewegung fordert.

Und genau das finde ich so schön daran:
Wir müssen nicht immer mehr Action machen, um einen Hund sinnvoll zu beschäftigen.

Manchmal darf Arbeit auch langsam sein. 🌱

19/09/2026

Warum begegnen uns im Hundetraining so häufig Männer mit Malinois, Schäferhunden oder Rottweilern – und warum geht damit in meiner Wahrnehmung so häufig ein aversiver Trainingsstil einher?

Das ist zunächst einmal eine Beobachtung.
Und keine Aussage darüber, dass Männer grundsätzlich aversiv trainieren oder dass bestimmte Rassen automatisch so trainiert werden.

Aber ich finde, die dahinterliegende Frage ist spannend: Welche Rolle spielen Männlichkeit, Stärke, Kontrolle und Status im Hundetraining?

Ein großer, kräftiger Gebrauchshund kann schließlich mehr sein als ein Sport- oder Arbeitspartner. Er kann auch etwas symbolisieren:
Kraft. Durchsetzungsfähigkeit. Kontrolle. Härte.

Und vielleicht wirkt genau deshalb ein Mensch mit einem solchen Hund auf manche Menschen besonders kompetent.

Interessant ist, dass eine 2026 veröffentlichte Studie genau einen Teil dieses Zusammenhangs untersucht hat.

Palmer et al. untersuchten in drei Studien mit insgesamt 1.175 Personen, wie Vorstellungen von „hegemonialer Männlichkeit“, Dominanzvorstellungen gegenüber Hunden und die Befürwortung aversiver Trainingsmethoden zusammenhängen.

Dabei zeigte sich unter anderem: Stärkere Vorstellungen von hegemonialer Männlichkeit gingen mit einer stärkeren Befürwortung aversiver Trainingsmethoden einher. Außerdem wurde der Zusammenhang zwischen Dominanzvorstellungen und der Befürwortung aversiver Methoden teilweise durch diese Männlichkeitsvorstellungen vermittelt.

Das ist spannend. Aber es beweist nicht, dass Männer mit Malinois, Schäferhunden oder Rottweilern häufiger aversiv trainieren.
Genau diesen Zusammenhang hat die Studie nicht untersucht.

Und trotzdem bringt sie uns zu einer interessanten Frage: Wie viel von dem, was wir im Hundetraining als „Kompetenz“ wahrnehmen, ist tatsächlich Fachkompetenz – und wie viel davon ist ein bestimmtes Bild von Stärke und Kontrolle?

Vielleicht sollten wir einen Trainer deshalb nicht danach beurteilen, welchen Hund er an der Leine hat. Sondern danach, wie er mit diesem Hund umgeht.🐾

**Studie:** Palmer et al. (2026), *Gender Norms, Dominance Theory, and the Endorsement of Aversive Training Methods W

18/09/2026

Wollen wir wirklich einen glücklichen Hund – oder einfach einen, der gut in unseren Alltag passt? 👀

Wie siehst du das?

11/09/2026

Der Moment, in dem aus einem einfachen „Sitz“ plötzlich Stress für Hund und Mensch wird …

Der Hund kann sich nicht hinsetzen. Er hechelt.
Er schaut sich um. Er wirkt angespannt.
Und trotzdem kommt immer wieder: „Sitz.“

Aber vielleicht ist genau jetzt nicht der Moment für ein Kommando.

Der Geruch vom Tierarzt. Der Ort. Die Geräusche. Die Stimmung.
All das kann sich für einen Hund mit etwas Unangenehmem verbinden. Sein Körper sagt vielleicht gerade: „Hier ist etwas nicht sicher.“

Was ihm jetzt helfen kann:

🐾 ruhig bei ihm bleiben
🐾 langsam und freundlich sprechen
🐾 Abstand ermöglichen
🐾 schlecken, kauen oder schnüffeln lassen, wenn es ihm hilft
🐾 nicht mehr verlangen, als er gerade leisten kann

Denn Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass ein Hund trotz Stress funktioniert.

Sondern dadurch, dass er erlebt:
„Mein Mensch hilft mir.“

05/09/2026

„Versteck dich, wenn dein Hund nicht zurückkommt.“ Diesen Tipp hört man immer wieder. Aber was lernt der Hund dabei tatsächlich?

Der Rückruf ist eines der anspruchsvollsten Signale, die wir unseren Hunden abverlangen. Wir erwarten von ihnen, ein gerade sehr relevantes Verhalten zu unterbrechen und sich stattdessen zu uns zu bewegen.

Ein spannender Geruch, eine Wildspur, Bewegung, ein anderer Hund oder hormonell und instinktiv motiviertes Verhalten können für einen Hund unglaublich schwer zu unterbrechen sein.

Wenn der Rückruf unter diesen Bedingungen noch nicht zuverlässig funktioniert, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass der Hund stur ist oder uns ignoriert.
Er muss genau diese Situationen erst lernen.

Deshalb gehört zum Rückruftraining auch Ablenkung. Die Schwierigkeit wird Schritt für Schritt gesteigert, damit der Hund lernt, auch unter anspruchsvolleren Bedingungen auf das Signal zu reagieren.

Was ich deshalb nicht machen würde: mich absichtlich verstecken.

Denn mein Hund weiß nicht, dass das eine Trainingsmaßnahme sein soll. Er erlebt möglicherweise schlicht: „Mein Mensch ist plötzlich weg.“

Und das kann – abhängig vom Hund, seiner Vorgeschichte und der Situation – erheblichen Stress oder sogar Angst auslösen.

Vielleicht schaut der Hund danach tatsächlich häufiger nach seinem Menschen. Aber die entscheidende Frage ist: Warum?
Weil er gelernt hat, dass Orientierung sich lohnt?
Oder weil er gelernt hat:
„Ich muss immer wissen, wo mein Mensch ist. Sonst könnte er plötzlich verschwinden.“

Der Hund kann dadurch seinen Spaziergang weniger frei erleben, weil er immer wieder überprüfen muss, wo sein Mensch ist. Und ist das wirklich das, was wir wollen?

Ich möchte, dass mein Hund seine Umwelt erkunden, schnüffeln und Hund sein darf – und gleichzeitig gelernt hat: Wenn mein Mensch mich ruft, lohnt es sich, zurückzukommen.
Nicht aus Angst, meinen Menschen zu verlieren.
Sondern aus Vertrauen und weil sich Rückruf lohnt.

Wenn der Rückruf gerade nicht funktioniert, ist das kein Moment für eine Lektion durch Verschwinden - es ist ein Moment für Management und Training.

03/09/2026

Vielleicht sollten wir irgendwann aufhören, uns dafür zu rechtfertigen, dass wir Tiere mit Liebe, Respekt und Mitgefühl behandeln.

Nicht jedes Lebewesen muss „funktionieren“, um wertvoll zu sein.

Und vielleicht sagt es viel mehr über unsere Gesellschaft aus, wie wir mit den Schwächeren umgehen, als darüber, wie „weich“ wir geworden sind.

Für mich beginnt Tierliebe genau dort, wo wir nicht fragen:
„Was kann ich aus diesem Tier machen?“
sondern:
„Wie kann ich mit diesem Tier leben, ohne dass es dafür sich selbst verlieren muss?“ 🐾

🐾 Kein Mülleimer in Sicht? Kein Problem!Hier sind 4 Möglichkeiten, wie du volle Kotbeutel unterwegs sicher transportiere...
01/09/2026

🐾 Kein Mülleimer in Sicht? Kein Problem!
Hier sind 4 Möglichkeiten, wie du volle Kotbeutel unterwegs sicher transportieren kannst. Denn Rücksicht beginnt beim Entsorgen. 💚🐶

27/08/2026

„Die wollen doch nur spielen!“ – einer der Sätze, durch die Hunde am häufigsten missverstanden werden. Denn Spiel ist etwas sehr Intimes.
Echtes soziales Spiel braucht Sicherheit, Vertrauen und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen. Es ist etwas, das Hunde vor allem mit Sozialpartnern zeigen, bei denen sie sich wohl und sicher fühlen.

Zwei fremde Hunde, die sich auf der Straße begegnen, haben diese Beziehung nicht.

Was wir deshalb schnell als „Spiel“ bezeichnen, ist häufig etwas ganz anderes - z.B. Fiddeln.

Fiddeln ist eine Konfliktstrategie– und genau deshalb wird es so leicht übersehen.

Bei einem Hund, der flüchten möchte, deutlich Abstand sucht, knurrt, bellt oder nach vorne geht, erkennen wir meistens schnell: „Das ist ihm jetzt zu viel.“

Ein fiddelnder Hund kann dagegen hektisch herumhüpfen, Spielaufforderungen zeigen, den anderen Hund anrempeln, hin- und herrennen oder scheinbar besonders freundlich sein.

Für uns sieht das schnell nach Spaß aus. Für den Hund kann es aber bedeuten: "Ich weiß gerade nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll.“

Fiddeln entsteht aus Unsicherheit, Aufregung oder Überforderung. Der Hund versucht, einen sozialen Konflikt zu entschärfen oder die Situation irgendwie auszuhalten.
Und genau deshalb ist es nicht weniger relevant, nur weil es freundlich aussieht.

Wenn wir unsere Hunde bei jeder Begegnung zu fremden Hunden schicken, lernen sie nicht automatisch soziale Kompetenz.

Sie können stattdessen lernen:
- Jeder Hund bedeutet Kontakt.
- Jeder Hund muss begrüßt werden.
- Abstand ist keine Option...

Dabei ist soziale Kompetenz nicht, mit jedem Hund spielen zu können. Sondern auch einen fremden Hund sehen zu können, ohne dass daraus eine Interaktion entstehen muss.

Nicht jeder Hund ist ein Spielpartner. Nicht jede Begegnung braucht Kontakt.
Und manchmal ist die beste Begegnung die, bei der beide Hunde einfach entspannt weitergehen können. 🤍

Adresse

Steinig 227a
Pettneu Am Arlberg
6574

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