20/10/2026
Wichtige Fragen BEVOR der Hund einzieht:
• Zeit: Habe ich die Zeit, mindestens einmal pro Woche (und täglich im Alltag) zu trainieren?
• Bedürfnisse: Bin ich mir bewusst, was ein Hund wirklich braucht (Gassi, geistige Auslastung, aber auch extrem viel Ruhe)?
• Finanzen: Sind mir die finanziellen Belastungen (Futter, Tierarzt, Trainer, Steuern) klar?
• Plan B: Was mache ich, wenn meine Wunschvorstellung und die Realität komplett auseinanderdriften?
Heute gibt es ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt: „Bitte vor dem Hundekauf genau überlegen…“ 💭
Nehmen wir ein typisches Beispiel: Eine junge Familie mit zwei Kindern im Alter zwischen 3 und 14 Jahren möchte sich einen Hund anschaffen – egal ob aus dem Tierschutz oder vom Züchter.
Die Vorstellung sieht meistens so aus, dass der Hund als vollwertiges Familienmitglied einzieht und sich wie von selbst in den Alltag eingliedert:
✈️ Er fährt entspannt mit in den Urlaub (oder geht bei Flugreisen in die Pension).
👥 Er duldet viel und wechselnden Besuch.
🏠 Er kann bei Familienausflügen problemlos allein bleiben.
🎢 Er hält Lautstärke und viele Bewegungsreize (wie rennende Kinder) gut aus.
⏱️ Er akzeptiert flexibel wechselnde Alltagsabläufe.
In der Realität bedeutet das oft: Der Hund muss zeitlich irgendwie „reingequetscht“ werden. Die Gassirunde findet dann zwischen dem Fußballtraining der Kinder und dem Wocheneinkauf statt.
Aber was passiert, wenn der Hund verhaltensauffällig wird?
Wenn er an der Leine pöbelt, Probleme mit Besuch hat, Verlustangst zeigt oder dringend feste Routinen und Ruhe benötigt?
Das, was dann zeitlich überhaupt nicht mehr in den ohnehin schon vollen Alltag passt, ist Hundetraining. Genau das, was der Hund in diesem Moment aber am dringendsten braucht.
Ich meine das absolut nicht als Vorwurf, sondern möchte einfach zum Nachdenken anregen.
Ich erlebe es in meiner Hundeschule leider nicht selten, dass völlig verzweifelte Menschen vor mir stehen.
Da zieht der süße Hund aus dem Tierschutz ein, findet Besuch aber so richtig blöd – und plötzlich können die Kinder keine Freunde mehr nach Hause einladen.
Auch Hunde vom Züchter können echte Überraschungspakete sein und Familien vor riesige Herausforderungen stellen.
Bevor der Hund einzieht, sollte man sich deshalb ehrlich fragen:
• Zeit: Habe ich die Zeit, mindestens einmal pro Woche (und täglich im Alltag) zu trainieren?
• Bedürfnisse: Bin ich mir bewusst, was ein Hund wirklich braucht (Gassi, geistige Auslastung, aber auch extrem viel Ruhe)?
• Finanzen: Sind mir die finanziellen Belastungen (Futter, Tierarzt, Trainer, Steuern) klar?
• Plan B: Was mache ich, wenn meine Wunschvorstellung und die Realität komplett auseinanderdriften?
Natürlich gibt es Familien, in denen das wunderbar klappt – ich möchte das keinesfalls verallgemeinern. Aber ich erlebe eben auch viel zu oft das Gegenteil. Der Großteil der Hunde integriert sich eben nicht einfach so problemlos in einen trubeligen Alltag.
Mein Appell an euch: Vielleicht macht es manchmal mehr Sinn, mit dem Hundekauf zu warten, bis die Kinder älter und selbstständiger sind – und dadurch wieder mehr echte Zeit für den Vierbeiner da ist.
Die Vorfreude trübt oft den Realitätssinn. Man kann sich vorab einfach nicht vorstellen, dass der eigene Hund mal zubeißt, die Gassirunde zum Spießrutenlauf wird oder Besuch übel verbellt wird.
💡 Mein Tipp: Kontaktiert schon vor dem Kauf Trainer:innen und lasst euch beraten, was im schlimmsten Fall auf euch zukommen kann. Es lohnt sich, darüber vorab ehrlich nachzudenken!
Eure Regine von Hunde-Weise