15/10/2026
Der große Fleisch-Trick beim Hundefutter: Warum Prozentangaben oft täuschen! 🐾 Ente, Rind oder Huhn?
Wer im Zoogeschäft steht oder online Futter bestellt, schaut meistens als Erstes auf die Prozentzahl beim Fleisch. 60 %, 70 % oder gar 80 % Fleischanteil klingen fantastisch. Aber wusstest du, dass viele dieser Angaben auf den zweiten Blick massiv zusammenschrumpfen?
Der Schlüssel liegt im Futtermittelrecht und der Frage: Wurde das Fleisch vor oder nach der Trocknung gewogen?
Varianten, die du auf jedem Futteretikett finden kannst – und was sie wirklich bedeuten:
Variante 1: Die „Frischfleisch-Angabe“ (Das optische Vorspielen)
Steht in der Zusammensetzung einfach nur der Name des Tieres mit einer hohen Prozentzahl (z. B. „Huhn 60 %“ oder „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse 50 % Lamm“), ohne dass Begriffe wie „getrocknet“ oder „Mehl“ dabei stehen?
Die Realität: Diese Prozentzahl bezieht sich fast immer auf die Frischware vor der Verarbeitung. Frisches Fleisch besteht jedoch zu rund 70 % bis 80 % aus reinem Wasser. Beim Trocknen im Herstellungsprozess verdampft diese Feuchtigkeit komplett.
Das Ergebnis: Der tatsächliche Fleischanteil im fertigen Krokett schrumpft rechnerisch oft auf ein Drittel zusammen. Zutaten wie Kartoffeln, Erbsen oder Getreide, die bereits trocken eingewogen werden, rücken dadurch in Wahrheit auf Platz 1 der Zutatenliste.
Variante 2: Die „Trockenfleisch-Angabe“ (Echte Transparenz)
Findest du Begriffe wie „getrocknetes Geflügelprotein“, „Rind getrocknet“ oder eine detaillierte Aufteilung, die den getrockneten Anteil separat ausweist?
Die Realität: Hier weißt du genau, was nach dem Herstellungsprozess übrig bleibt. Wenn ein Hersteller explizit „30 % getrocknetes Fleisch“ deklariert, dann sind diese 30 % auch wirklich als feste Substanz im fertigen Futter enthalten. Das ist ehrlich und transparent.
Und was ist mit den „tierischen Nebenerzeugnissen“?
Auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Eine geschlossene Deklaration fasst Fleisch und Innereien in einer einzigen Prozentzahl zusammen. Du weißt also nie, ob du hochwertiges Muskelfleisch oder billige Schlachtabfälle kaufst. Eine offene Deklaration splittet exakt auf: Wie viel Prozent sind reines Fleisch, wie viel ist Herz, Leber oder Fett?
UNSER Tipp für den nächsten Futterkauf:
Lass dich nicht von großen Zahlen auf der Vorderseite der Verpackung blenden. Dreh den Sack um und lies das Kleingedruckte. Ein Futter mit einer vermeintlich kleineren, aber getrockneten Fleischangabe ist im fertigen Zustand oft deutlich fleischreicher als ein Futter, das mit hohen Frischfleisch-Prozenten wirbt.
www.scalare.net
www.vet-natur.at