07/10/2026
Gestern wurde bei uns auf dem Hof ein Verbrechen begangen. Zumindest war ich davon ungefähr sechs Stunden lang fest überzeugt und hatte auch direkt einen Tatverdächtigen.
Spätsommer bzw. Herbstzeit ist ja auch Mauserzeit. Schon seit einigen Jahren sammle ich dann Federn unserer Hühner.
So steht im Heizraum immer ein Karton mit meinen gesammelten Werken.
Gestern war ich füttern und hab natürlich auch wieder die ein oder andere schöne Feder entdeckt. Freudestrahlend ab in den Heizraum....und dann....
Boah....Federkarton weg....nicht da.
Ich alles umgekrempelt.....nichts.
Langsam stieg mein Blutdruck.
Dann fiel mir ein....ach ja....wir haben ja aufgeräumt. Alles, was sich so über den Sommer im Heizraum angesammelt hatte, musste zur Heizsaison wieder raus.
Und auf wen fiel natürlich mein erster Verdacht?
Günther....natürlich....wer sonst.
Der war allerdings noch auf Arbeit und so tigerte ich zwei Stunden durchs Haus und wartete darauf, endlich jemanden anmeckern zu können.
Dann kam er.
War noch gar nicht richtig zur Tür rein....
„Wo sind meine Federn? Hast du etwa meine Federn weggeschmissen?“
Günther guckte mich an, als hätte ich ihn gerade gefragt, wo er unsere Diamanten versteckt hat.
Also erklärte ich ihm nochmal mit entsprechendem Nachdruck, WELCHE Federn ich meinte.
Günther....„Die standen doch auf dem Aschesauger.“
Ich so....JA! GENAU! DA STANDEN SIE!
Worauf Günther mir ernsthaft erklären wollte, er sei es nicht gewesen und lieferte mir prompt einen anderen Tatverdächtigen.
Den Aschesauger hatte nämlich unser Sohn, als er den Ofen sauber gemacht hat.
Alles klar....Täter Nummer zwei war gefunden.
Dummerweise war auch der auf Arbeit.
Also tigerte ich weitere vier Stunden.
Vier Stunden, in denen ich genügend Zeit hatte, mich richtig schön in die Sache reinzusteigern.
Dann kam endlich unser Sohn nach Hause und der Empfang meinerseits wiederholte sich.
„WO SIND MEINE FEDERN?“
Er guckte mich nur völlig verständnislos an und meinte:
Da war kein Karton. Da waren keine Federn.
Und dieser Blick....
Ernsthaft jetzt? Wegen ein paar Hühnerfedern?
Günther daneben.
Beide sichtlich amüsiert.
Ich hingegen verstand überhaupt nicht, was es da zu lachen gab und fuhr innerlich immer weiter hoch. Denn es gibt Dinge, da hört bei mir der Spaß auf. Offensichtlich gehören Hühnerfedern dazu.
Wegen so viel Ignoranz gegenüber einem Karton voller Hühnerfedern musste ich erstmal raus.
Also ging ich zu den Hühnern.
Und da....
Mitten auf dem Hühnerhof....gingen bei mir plötzlich sämtliche Lampen an.
Scheiße....mir fiel siedendheiß ein, dass ICH den Karton weggeräumt hatte.
Zusammen mit einigen anderen Hühnersachen....an einen sicheren Ort.
Damit mir die beiden Männer bloß nichts durcheinanderbringen oder womöglich wegschmeißen.
Ich hatte meine Federn also offenbar richtig gut vor Günther, unserem Sohn und mir selbst versteckt.
Natürlich bin ich anschließend sofort zu den beiden gegangen und habe mich für meine völlig ungerechtfertigten Verdächtigungen entschuldigt....innerlich jedenfalls.
Für noch mehr Gelächter war ich einfach noch nicht bereit.
Und ihr könnt euch sicher meine Erleichterung vorstellen, als mir dann auch noch einfiel, wo ich die Federn vor mir versteckt hatte.