Hundetraining mea meb

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Hundetraining mea meb Mobiles Hundetraining und Verhaltensberatung Rostock. Bedürfnisorientiert, wissenschaftlich fundiert, fair.

28/10/2026

Was tun, wenn ein Hund an der Leine zieht?

Cuja und ich sind hier gerade auf dem Weg zu unserer Hundephysio-Praxis. Wie man sieht, freut Cuja sich jedes Mal extrem dorthin zu kommen, was allerdings dazu führt, dass er auf den letzten Metern gerne an der Leine zieht und nicht mehr auf Ansprache reagiert.

Wichtig zu verstehen ist, dass Cuja das Verhalten nicht zeigt, weil er sich durchsetzen möchte oder ungehorsam ist. Die Emotion Freude ist einfach so stark, dass es ihm schwerfällt, sich zurückzuhalten. Das ist rein biologisch total verständlich, aber dennoch etwas, was ich nicht möchte und woran ich natürlich trainiere.

Wie gehe ich also vor? Ich fokussiere mich darauf, Cuja zu bestätigen, wenn die Leine locker ist. Sobald die Leine sich spannt und er sich nicht selbst wieder korrigiert bzw korrigieren kann, spreche ich ihn freundlich an und fordere ihn zu einem Richtungswechsel auf. Wir gehen dann in die Richtung, aus der wir gekommen sind, wobei er meist recht gut orientiert an mir ist.

Das wird belohnt, indem ich ihn erneut zum Richtungswechsel einlade und wir wieder in Richtung seines gewünschten Ziels gehen. Auch hier achte ich wieder darauf, dass die Leine locker bleibt und er für mich ansprechbar ist, also auf meine Signale reagieren kann. Wenn das der Fall ist, wird er natürlich gelobt und hin und wieder springt auch mal ein Leckerchen.

Gerade in der näheren Distanz zum Ziel meines Hundes achte ich darauf, dass meine Belohnungsrate steigt, denn für Cuja ist es hier schwieriger, Impulskontrolle aufzubringen, als noch auf weite Distanz. Je näher wir also der Physiopraxis kommen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für eine gespannte Leine. Umso mehr achte ich also darauf, jegliche lockere Leine zu loben und zu belohnen und auch jede Orientierung zu mir zu verstärken.

25/10/2026

Die aufgestellten Haare am Rutenansatz nennt man Piloerektion. Sie sind eine unwillkürliche Reaktion des vegetativen Nervensystems, werden also vom Hund nicht willentlich gesteuert, und können auf erhöhte Erregung hinweisen, unabhängig davon, ob diese positiv oder negativ ist. In diesem Moment habe ich Cuja Körperkontakt zur Co-Regulation angeboten. Er hat das Kuscheln gern und ohne zu zögern angenommen. Nach einigen Sekunden konnte er sich wieder lösen und seiner Umwelt zuwenden.

Was mir dabei wichtig ist: Ich habe ihn weder festgehalten noch zur Nähe gedrängt. Ich habe ihm ein Angebot gemacht, das er freiwillig annehmen konnte.
Oft sehe ich Videos von Trainerkolleg*innen, die erregte Hunde fixieren, bis diese sich vermeintlich beruhigt haben. Das ist keine Co-Regulation. Das ist Zwang.

Bedürfnisorientiertes Hundetraining heißt für mich auch, Unterstützung anzubieten, ohne sie aufzudrängen. Nicht jeder Hund braucht in solchen Momenten Körperkontakt.Entscheidend ist, den individuellen Hund wahrzunehmen und ihm Wahlmöglichkeiten zu lassen.

„Mein Hund hat völlig aus dem Nichts gebissen.“ Für Hundehaltende, deren Hund das erste Mal seine Zähne einsetzt, kommt ...
23/10/2026

„Mein Hund hat völlig aus dem Nichts gebissen.“ Für Hundehaltende, deren Hund das erste Mal seine Zähne einsetzt, kommt diese Reaktion meist völlig überraschend. Aus Sicht des Hundes ist dem vermeintlich plötzlichen Verhalten aber meist einiges vorausgegangen. Hunde kommunizieren nicht erst, indem sie laut oder körperlich werden. Vorher signalisieren sie ihre Gefühlslage und Absichten über subtile Körpersprache, bevor sie dann deutlich werden. Doch genau diese Signale werden vom Menschen viel zu oft übersehen oder übergangen. Was für den Menschen also völlig überraschend kommt, hat der Hund meist tatsächlich längst angekündigt.

Was genau die Eskalationsleiter ist, auf welche Signale bei deinem Hund du achten solltest und warum du niemals das Knurren verbieten solltest, liest du in meinem neuen Blogartikel.

rostock

21/10/2026

Bedürfnisorientiertes Training ist wichtig, aber Wohlbefinden geht noch weit darüber hinaus. Auch kleine Physio-Übungen, wie das gezielte Strecken des Rückens, können dazu beitragen, die Beweglichkeit und das Körpergefühl des Hundes zu fördern und seine körperliche Fitness zu unterstützen. Dabei muss es nicht immer ein komplettesTrainingsprogramm sein. Schon kleine, individuell angepasste Übungen (idealerweise in Absprache mit einer physiotherapeutischen Fachkraft) können eine sinnvolle Ergänzung sein und lassen sich easy in den Alltag einfügen.

×Wohlbefinden

18/10/2026

Perspektivwechsel mal ganz wörtlich genommen. Cuja und ich beim Umrunden - aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Und weil Perspektivwechsel im Hundetraining ohnehin nie verkehrt sind, passt das heute gleich doppelt. 😉

16/10/2026

Hamburg plant gerade einen Hundeführerschein. Ob und wann dieser eingeführt wird, bleibt noch offen. Aber auch in anderen Bundesländern ist dieses Thema präsent.

Grundsätzlich finde ich die Idee der Sachkunde großartig. Zu wenige Hundehaltende befassen sich wirklich mit den Bedürfnissen ihres Tieres oder können subtile Signale der Körpersprache lesen und verstehen. Allerdings fürchte ich die Umsetzung eines Führerscheins, denn wer legt fest, welche Informationen vermittelt werden? Selbst in der Szene der Hundetrainer*innen herrscht große Uneinigkeit über Herangehensweisen, Trainingsansätze, Mythen und co. So gibt es beispielsweise noch immer Kolleg*innen, die ihren Kund*innen vermitteln, der Hund müsse bei Angst ignoriert und dürfe keinesfalls getröstet werden, da sich sonst die Angst verstärken würde. Das ist längst widerlegt und kann tatsächlich zur Verschlimmerung der Angst führen und sogar das soziale Verhältnis zwischen Hund und Mensch beeinträchtigen. Wenn sowas jetzt großflächig als Fakt an Hundehaltende rausgegangen wird, wäre das aus meiner Sicht fatal. Ähnliche Beispiele gibt es zu Hauf. Man müsste also sehr genau prüfen, wer die Grundlagen für den Hundeführerschein erstellt und nach welchen Maßgaben dies geschieht.

Wer steckt eigentlich hinter mea meb?Hi, ich bin Steffi, Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Und ich bin überzeugt d...
15/10/2026

Wer steckt eigentlich hinter mea meb?

Hi, ich bin Steffi, Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Und ich bin überzeugt davon, dass Hundetraining bedürfnisorientiert und wohlwollend sein kann, darf und muss.

Ich hinterfrage gern, was „schon immer so gemacht“ wird, versuche Zusammenhänge zu verstehen und bin immer auf der Suche nach neuem Wissen – nicht nur im Hundekontext.

Auch abseits des Hundetrainings beschäftigen mich Tiere und die Frage, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Ich lebe vegan, engagiere mich vielseitig für Tier- und Umweltschutz und versuche, meine Überzeugungen im Alltag zu leben.

Für mich bedeutet das, Dinge zu hinterfragen, neue Wege auszuprobieren und dort etwas zu verändern, wo es Verbesserungspotential gibt.

𝐦𝐚𝐜𝐡 𝐞𝐬 𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬. 𝐦𝐚𝐜𝐡 𝐞𝐬 𝐛𝐞𝐬𝐬𝐞𝐫.

Aus meinem Lebensmotto wurde mein Name.

Auf diesem Kanal geht es um Hundeverhalten, um Emotionen, ums Lernen und um den ganz normalen Alltag mit unseren tierischen Freunden. Ich möchte zeigen, dass das Wohlbefinden von Hunden wichtiger ist als ihr unbedingter Gehorsam.

Bleib gern noch etwas, wenn du mehr erfahren möchtest.

14/10/2026

Wir sitzen auf der Treppe, der Alarm geht los, ich stell ihn aus und werfe Cuja Leckerchen für die gute Stimmung. Aber warum? War das hier nötig?

Von vorn: Cuja und ich hatten gerade eine kleine Trainingssession, als plötzlich mein Taschenalarm in meiner Bauchtasche losging. Das war das erste Mal, dass das passiert ist und ich war entsprechend erschrocken und leicht gestresst. Ich musste erstmal rausfinden, wie ich den Alarm wieder ausstellen kann und war völlig auf das kleine Plastikteil an meinem Schlüsselbund fokussiert. Cuja habe ich nur nebenbei auf dem Schirm gehabt.

Natürlich habe ich an seiner stark auffällig wedelnden Rute und an seinem Verhalten (er ist mir ja fast in die Tasche gekrochen) gemerkt, dass er erregt war. Aber ich hatte keinen Blick für seine Körpersprache, konnte seine Emotionslage hier also gar nicht einschätzen. Also habe ich, nachdem der Ton abgestellt war, Kekse gestreut.
Dabei spielte für mich keine Rolle, ob er das Geräusch jetzt einfach nur spannend oder gruselig fand oder komplett ambivalente Emotionen hatte. Ich konnte es nicht einschätzen und wollte einfach die bestmögliche Verknüpfung für ihn schaffen.

Cuja ist ein Hund, der auf unvorhersehbare Reize und vor allem Geräusche gern auch mal schreckhaft reagiert. Wenn ein neuer, ungewohnter, plötzlicher und/oder möglicherweise verunsichernder Reiz auftritt, sorge ich so schnell wie möglich dafür, dass dieser Reiz seine potentiell unangenehme Wirkung verliert und eine angenehme Emotion folgt. Das fördert die Resilienz im Alltag. Das gibt Sicherheit. Das schafft Vertrauen.

Gedanken zwischen zwei Gassigängen #06 Mythos„Mein Hund muss ausgelastet werden.“Diesen Satz hört man häufig. Mir bereit...
11/10/2026

Gedanken zwischen zwei Gassigängen
#06 Mythos

„Mein Hund muss ausgelastet werden.“
Diesen Satz hört man häufig. Mir bereitet er jedoch etwas Bauchweh.

Wenn wir von „Auslastung“ sprechen, meinen wir in aller Regel Beschäftigungen, die den Hund möglichst müde machen. Das kann ein Ballspiel sein, das Mitlaufen beim Joggen, Suchaufgaben, das Toben mit Hundefreunden oder das stundenlange Herumnagen auf einem Kauartikel. Hauptsache, der Hund ist am Ende groggy und fällt direkt ins Körbchen.

Gegen diese Tätigkeiten ist an sich überhaupt nichts einzuwenden, solange sie in moderatem Pensum stattfinden. Aber Auslastung und Enrichment sind nicht dasselbe.

Beim Enrichment geht es nicht in erster Linie darum, möglichst viel Energie loszuwerden. Es geht darum, einem Hund Möglichkeiten zu geben, seine natürlichen Verhaltensweisen auszuleben, seine Umwelt zu erkunden, eigene Entscheidungen zu treffen und Bedürfnisse zu erfüllen. Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität, um eine Bereicherung für den Hund.

Statt mich also zu fragen, wie ich meinen Hund am effektivsten müde bekommt, lohnt es sich zu überlegen, welche Bedürfnisse mein Hund gerade hat und welche Möglichkeiten ich ihm geben kann, diese auszuleben.

Woran merkst du, dass dein Hund wirklich zufrieden ist?

09/10/2026

Ein großes Problem, das ich zunehmend und mit Bauchschmerzen beobachte, ist, dass Hundehaltende sich Rat auf Social Media suchen. Der Hund knurrt das Kind an, der Hund hat Trennungsstress, der Hund entwickelt eine Leinenaggression oder jagt Jogger*innen und Radfahrende. Das sind Verhaltensweisen, die zum einen eine komplett individuelle Ursache haben und schon allein daher nicht ohne weitere Hintergrundinformationen beratschlagt werden können. Dazu sind pauschale Tipps für diese Verhaltensweisen aber auch mitunter sehr gefährlich. Bei der falschen Herangehensweise und "ein bisschen rumprobieren" kann aus dem knurrenden nämlich schnell ein beißender Hund werden. Unter fachlicher (bedürfnisorientierter!) Anleitung wäre das Thema vielleicht in wenigen Trainingsstunden behoben, aber dank des Ratschlags von ExpertevomDienst123 landet der Hund nun im Tierheim, weil er für das eigenene Kind zur Gefahr wurde. Auch bei Angstthematiken hört und liest man die abstrusesten Tipps. Von Schreckreizen, damit das Verhalten stoppt über Ignorieren des schutzsuchenden Hundes bis hin zur Betäubung der Angst mit Alkohol ist alles schon dabei gewesen. Im besten Fall ist dem Hund einfach "nur" nicht geholfen. Schlimmstenfalls (und deutlich wahrscheinlicher) intensiviert sich die Angst, weitet sich auf andere Auslöser aus und schränkt den Hund folglich massiv in seiner Lebensqualität ein.

Daher mein dringender Appell an euch: Wenn ihr Fragen habt, insbesondere zu Verhaltensauffälligkeiten oder -problemem mit eurem Hund, wendet euch an fachkompetente Kolleg*innen. Ich verweise an dieser Stelle gern auf die Netzwerke von
Trainieren statt dominieren
PositiveRocks
cumcane familiari oder den
IBH e.V.

Geht nicht das Risiko ein, euer und das Leben eures Hundes zu versemmeln, nur weil ExpertevomDienst123 schon seit drölfzig Jahren Hunde hat und glaubt, alles zu wissen.

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