Hundepsychologe Sven

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Hundepsychologe Sven 🐕 Wenn Verhalten zum Problem wird, schauen wir auf die Ursache. Spezialist für Tierschutzhunde, Angst, Trauma & Reaktivität.

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6 Wochen Entschleunigung – für mehr Ruhe im Alltag mit deinem Hund.Kennst du das? Dein Hund steht ständig unter Strom, r...
22/10/2026

6 Wochen Entschleunigung – für mehr Ruhe im Alltag mit deinem Hund.

Kennst du das? Dein Hund steht ständig unter Strom, reagiert auf jeden Reiz, ist draußen kaum ansprechbar oder bei Hundebegegnungen schnell überfordert. Selbst ein normaler Spaziergang wird manchmal zur Herausforderung.

Vielleicht hast du schon vieles ausprobiert und fragst dich, was dein Hund eigentlich braucht, um entspannter zu werden.

Genau hier setzt mein 6-Wochen-Entschleunigungsprogramm an.

Mir geht es nicht darum, dass dein Hund einfach nur besser funktioniert. Sondern darum, dass du verstehst, was hinter seinem Verhalten steckt und wie du ihm helfen kannst, mehr Ruhe und Sicherheit im Alltag zu finden.

Weniger Druck, weniger Erwartungen und mehr Verständnis für die Bedürfnisse deines Hundes.

Das Programm ist ein Online-Selbstlernkurs mit verständlichen Videos, praktischen Übungen und ausführlichen Handouts. Du kannst alles in deinem eigenen Tempo von zu Hause aus umsetzen.

Denn manchmal braucht ein Hund nicht mehr Training, sondern erst einmal weniger Stress.

Du möchtest mehr erfahren?

Dann schreib mir eine E-Mail an [email protected] mit dem Stichwort „Entschleunigung“. Ich schicke dir gerne alle Informationen zum Programm.

‼️Vielleicht ist dein Hund gar nicht schwierig. Vielleicht ist dein Leben einfach nichts für ihn‼️Ein Satz, der manchen ...
21/10/2026

‼️Vielleicht ist dein Hund gar nicht schwierig. Vielleicht ist dein Leben einfach nichts für ihn‼️

Ein Satz, der manchen Hundehaltern nicht gefallen wird. Aber vielleicht sollten wir genau darüber einmal nachdenken.

Da wird ein ängstlicher Hund aus dem Tierschutz adoptiert. Ein Hund, der möglicherweise jahrelang auf der Straße gelebt hat, wenig Kontakt zu Menschen hatte oder Erfahrungen gemacht hat, die wir überhaupt nicht kennen.

Und plötzlich soll er funktionieren. Er soll entspannt durch die Innenstadt laufen, fremde Menschen akzeptieren, im Restaurant ruhig unter dem Tisch liegen und möglichst überall dabei sein.
Klappt das nicht, hat der Hund ein Problem. Dann ist er unsicher, schlecht sozialisiert oder braucht eben mehr Training.

Aber wer sagt eigentlich, dass dieser Hund für genau dieses Leben gemacht ist?

Natürlich können Hunde lernen. Auch ängstliche Hunde können Vertrauen entwickeln, neue Erfahrungen machen und zunehmend Sicherheit gewinnen. Das steht überhaupt nicht zur Diskussion.

Aber Lernen hat Grenzen. Und die sind individuell.
Genetische Veranlagungen, frühe Erfahrungen, Sozialisation, gesundheitliche Faktoren und die aktuelle Lebensumwelt beeinflussen, wie ein Hund mit seiner Umgebung zurechtkommt. Das ist keine romantische Tierschutzphilosophie, sondern wissenschaftlich gut begründbar.

Nicht jeder Hund wird durch ausreichend Training irgendwann zum entspannten Großstadthund. Und nicht jeder Hund muss das werden. Vielleicht liegt das Problem manchmal gar nicht beim Hund, sondern bei unseren Erwartungen.

Wir holen einen Hund zu uns, weil wir ihm ein besseres Leben ermöglichen möchten. Und anschließend erwarten wir, dass er sich möglichst vollständig an unser Leben anpasst. Aber was ist, wenn genau dieses Leben für ihn dauerhaft eine enorme Belastung bedeutet?

Dann sollten wir uns vielleicht weniger fragen, wie wir den Hund endlich dazu bringen, bestimmte Situationen auszuhalten.
Sondern vielmehr, ob wir diese Situationen überhaupt von ihm verlangen müssen. Das bedeutet ausdrücklich nicht, einen ängstlichen Hund vor jeder Herausforderung zu bewahren oder ihm jede Entwicklungsmöglichkeit zu nehmen. Gut gestaltete Lernerfahrungen können Ängste reduzieren und Handlungssicherheit fördern.

Aber zwischen einem Hund, der freiwillig und in seinem Tempo neue Erfahrungen sammelt, und einem Hund, der ständig an seine Belastungsgrenze gebracht wird, liegt ein gewaltiger Unterschied.
Und manchmal ist die sinnvollste Veränderung nicht die am Hund, sondern die an unserem eigenen Alltag.

Vielleicht braucht er keine Hundewiese. Vielleicht muss er nicht mit ins Restaurant. Vielleicht ist der ruhige Spaziergang am Waldrand für ihn wertvoller als der nächste Versuch, ihn an die belebte Fußgängerzone zu gewöhnen.
Und ja, manchmal muss man sich sogar die unbequeme Frage stellen, ob die eigenen Lebensumstände langfristig überhaupt zu diesem Hund passen.

Nicht jeder Mensch passt zu jedem Hund. Auch dann nicht, wenn die Absichten noch so gut sind.

Tierschutz bedeutet für mich nicht, einen Hund zu retten und ihn anschließend so lange zu trainieren, bis er in unser Wunschleben passt. Tierschutz bedeutet auch, seine individuellen Grenzen zu erkennen, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und unsere eigenen Erwartungen zu hinterfragen.

Denn ein Hund muss nicht alles können, was wir gerne mit ihm machen würden, um ein gutes Leben zu führen.

Und jetzt mal ganz ehrlich: Wie oft versuchen wir eigentlich, den Hund an unser Leben anzupassen, obwohl wir genauso gut unser Leben ein Stück weit an den Hund anpassen könnten?

Mich interessiert eure Meinung dazu. Gerade auch dann, wenn ihr das anders seht.

© Sven Dowiasch | Alle Rechte vorbehalten.
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21/10/2026

Dein Hund muss nicht jeden anderen Hund mögen. Und er muss auch nicht jede Begegnung aus nächster Nähe aushalten.

Abstand ist nicht automatisch ein Zeichen von schlechtem Training. Manchmal ist er genau das, was dein Hund braucht, um sich sicher zu fühlen und überhaupt lernen zu können.

Entscheidend ist nicht, wie nah dein Hund an anderen vorbeigeht, sondern wie er mit solchen Situationen umgehen kann.

Du hast Probleme bei Hundebegegnungen? Dann buche dir ein kostenloses Erstgespräch über den Link in meinem Profil.

‼️ „DU MUSST INTERESSANTER SEIN ALS DIE UMWELT.“Diesen Satz bekommen viele Hundehalter immer wieder zu hören.Dein Hund s...
15/10/2026

‼️ „DU MUSST INTERESSANTER SEIN ALS DIE UMWELT.“

Diesen Satz bekommen viele Hundehalter immer wieder zu hören.

Dein Hund schnüffelt lieber, als dich anzuschauen? Sei interessanter.
Er beobachtet einen anderen Hund? Sei interessanter.
Er reagiert draußen schlechter auf dich als zu Hause? Dann bist du offenbar nicht spannend genug.

Ganz ehrlich? Ich halte diesen Satz für ziemlich bescheuert.
Denn Aufmerksamkeit ist keine Abstimmung darüber, wen dein Hund lieber mag. Wenn dein Hund plötzlich einen anderen Hund fixiert, einer Wildspur folgt oder auf ein Geräusch reagiert, bedeutet das nicht: „Sorry Mensch, du bist gerade langweilig.“

Sein Gehirn bewertet ständig, was gerade wichtig sein könnte. Bewegung, Gerüche, Erfahrungen, Erwartungen, Unsicherheit – und natürlich spielt auch die Genetik eine Rolle.

Wir Menschen haben über Generationen Hunde gezüchtet, die Gerüche verfolgen, Wild aufspüren, Bewegungen wahrnehmen, bewachen, hüten oder auf kleinste Veränderungen ihrer Umwelt reagieren sollen.

Und dann stehen wir mit einem Stück Käse auf der Wiese und sind beleidigt, weil wir nicht automatisch wichtiger sind als alles andere.

Gerade bei Tierschutzhunden kommt häufig noch etwas dazu: Wir wissen schlicht nicht alles über ihre Vergangenheit. Wir wissen nicht immer, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Strategien sich für sie bisher bewährt haben.
Und bevor jetzt wieder jemand „Trauma!“ ruft: Nein. Nicht jeder Tierschutzhund ist traumatisiert oder völlig überfordert. Tierschutz ist keine Diagnose.
Aber vielleicht sollten wir etwas genauer hinschauen, bevor wir aus fehlender Aufmerksamkeit gleich ein Bindungsproblem machen.

Und nein: Ich möchte gar nicht interessanter sein als die Umwelt.
Mein Hund darf schnüffeln. Er darf andere Hunde wahrnehmen. Er darf stehen bleiben und gucken. Er darf sich für Dinge interessieren, die überhaupt nichts mit mir zu tun haben. Ich brauche keinen Hund, der mich beim Spaziergang 45 Minuten anhimmelt.

Was ich möchte, ist etwas anderes: Ich möchte für meinen Hund relevant sein, wenn es darauf ankommt.
Wenn eine Situation schwierig wird. Wenn ich ihn anspreche. Wenn ich eine Entscheidung treffe. Und auch wenn ich sage: Wir gehen hier nicht weiter.
DAS ist für mich Orientierung.
Und die entsteht nicht dadurch, dass ich jeden Umweltreiz mit der Leberwurst überbieten muss. Sie entsteht durch Lernen, Kommunikation, Verlässlichkeit und gemeinsam gemachte Erfahrungen.
Und vielleicht auch dadurch, dass ich meinem Hund nicht ständig das Gefühl gebe, er müsse sich zwischen mir und seiner Umwelt entscheiden.

Vielleicht sollten wir deshalb weniger fragen:
„Wie werde ich interessanter als die Umwelt?“
Und häufiger:
„Wie werde ich für meinen Hund ein verlässlicher Sozialpartner, an dem er sich orientieren kann, wenn es darauf ankommt?“
Das ist für mich ein verdammt großer Unterschied.
Wie siehst du das? Muss ein Hund seinen Menschen draußen ständig im Blick haben – oder darf er auch einfach mal Hund sein?

Schreib mir deine Meinung in die Kommentare. 👇

Und wenn du jemanden kennst, der immer noch versucht, interessanter als die gesamte Umwelt zu sein: Schick ihm diesen Beitrag.

© Hundepsychologe Sven
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14/10/2026

Wer bestimmt bei eurem Spaziergang eigentlich Bewegung, Richtung und Tempo?

Dein Hund darf schnüffeln, stehen bleiben, beobachten und natürlich eigene Entscheidungen treffen.

Aber die spannende Frage ist: Kannst auch DU etwas verändern – und dein Hund orientiert sich freiwillig an dir?

Denn genau das kann später entscheidend werden, wenn es wirklich schwierig wird.

Du hast Probleme bei Hundebegegnungen oder dein Hund übernimmt draußen ständig selbst?

👉 Buche dir ein kostenloses Erstgespräch bei mir. Den Link findest du in meinem Profil.

Teil 3 folgt: Warum Führung lange vor der Hundebegegnung beginnt.

11/10/2026

Dein Hund reagiert auf andere Hunde?

Dann schau nicht nur auf die Begegnung selbst.

Die spannendere Frage ist oft:
Wer übernimmt eigentlich, wenn es schwierig wird?

Denn wenn dein Hund immer wieder selbst entscheiden muss, wie er mit Situationen umgeht, kann genau daraus ein Teil eures Problems entstehen.

Du möchtest das verändern?

👉 Buche dir ein kostenloses Erstgespräch bei mir.
Den Link findest du in meinem Profil.

Teil 2 folgt: Wer bewegt eigentlich wen?

‼️IHR WOLLTET EINE LÖSUNG?‼️BITTESCHÖN. HIER SIND GLEICH 15. Unter meinem letzten Beitrag über Wasserflaschen, Wurfschei...
09/10/2026

‼️IHR WOLLTET EINE LÖSUNG?‼️

BITTESCHÖN. HIER SIND GLEICH 15.

Unter meinem letzten Beitrag über Wasserflaschen, Wurfscheiben und andere Schreckreize kam ein Vorwurf immer wieder:
„Ganz schön viel Text darüber, was man NICHT machen soll. Aber wo ist denn die Lösung?“

Okay. Fairer Einwand. Also reden wir über Lösungen:

Distanz schaffen.
Orientierung aufbauen.
Markertraining.
Alternativverhalten etablieren.
Reize reduzieren.
Management.
Gegenkonditionierung.
Desensibilisierung.
Bewegung verändern.
Tempo rausnehmen.
Ruhe aufbauen.
Regulationsfähigkeit fördern.
Erwartungshaltungen verändern.
Tagesabläufe anpassen.
Situationen frühzeitig verlassen.

‼️Bitteschön. 15 Lösungen. Problem gelöst? NEIN‼️

Denn ich habe euch gerade überhaupt nichts erklärt.
Und genau DAS ist der Punkt.
Wenn mir jemand schreibt: „Mein Hund pöbelt an der Leine. Was soll ich machen?“
… dann kenne ich die Ursache noch nicht.

Vielleicht hat er Angst.
Vielleicht ist er frustriert.
Vielleicht möchte er Distanz.
Vielleicht hat er schlechte Erfahrungen gemacht.
Vielleicht ist er völlig übererregt.
Vielleicht hat er gelernt, dass Pöbeln funktioniert.
Vielleicht spielen mehrere Dinge gleichzeitig eine Rolle.

Und jetzt soll ich ernsthaft unter einen Facebook-Beitrag schreiben:
„Mach einfach XY“?
Nein.
Genau DAS wäre für mich unseriöses Hundetraining. Ein Werkzeug ist noch keine Lösung. Die Lösung entsteht erst dann, wenn ich verstanden habe, WARUM dieser eine Hund in dieser einen Situation dieses Verhalten zeigt.

Deshalb gibt es bei mir keine: „3 Tricks gegen Leinenaggression.“
Kein: „Mach das und dein Hund hört auf zu bellen.“
Und auch kein: „Eine Methode funktioniert bei jedem Hund.“

Was es bei mir gibt, ist hinschauen.
Verhalten beobachten.
Ursachen suchen.
Emotionen berücksichtigen.
Nervensystem mitdenken.

Und dann entscheiden, welcher Trainingsweg zu DIESEM Hund passt.

Übrigens: Einige von euch haben genau das unter meinem letzten Beitrag geschrieben:
„Er kann doch gar keine pauschale Lösung nennen, ohne den Hund zu kennen.“

Danke. GENAU DAS ist der Punkt.
Denn gutes Hundetraining beginnt für mich nicht mit der Frage: Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“

Sondern mit: „Warum zeigt mein Hund es überhaupt?“

Und wenn wir das verstanden haben, können wir über Lösungen reden. Über Lösungen, die zum Hund passen. Nicht zum nächsten Facebook-Kommentar.

👉 Wenn du magst, schreib mir in die Kommentare EIN Verhalten deines Hundes, bei dem du nicht weiterkommst – und die Situation, in der es auftritt.

Vielleicht machen wir daraus den nächsten Beitrag.

Kostenloses Erstgespräch buchen unter:
https://hundepsychologe-sven.de/kostenloses-erstgespraech/

© Hundepsychologe Sven
Teilen des Originalbeitrags ausdrücklich erwünscht. Kopieren oder Veröffentlichen des Textes unter eigenem Namen nicht gestattet.

‼️NATÜRLICH BESTRAFE ICH MEINEN HUND.DU ÜBRIGENS AUCH.‼️Uff. Jetzt habe ich wahrscheinlich schon die Ersten verloren. Un...
07/10/2026

‼️NATÜRLICH BESTRAFE ICH MEINEN HUND.
DU ÜBRIGENS AUCH.‼️

Uff. Jetzt habe ich wahrscheinlich schon die Ersten verloren. Und die anderen holen gerade die Wasserspritzflasche aus dem Schrank.

Aber bevor wir uns gegenseitig erklären, wer hier „rein positiv“, „konsequent“, „bedürfnisorientiert“ oder der einzig wahre Hundeflüsterer ist, lass uns erst einmal darüber reden, was Strafe überhaupt ist.

Denn Strafe bedeutet lernpsychologisch zunächst nicht automatisch Gewalt.
👉Ganz vereinfacht gesagt: Folgt auf ein Verhalten eine Konsequenz und wird dieses Verhalten dadurch zukünftig seltener gezeigt, sprechen wir von Strafe.

Das kann sehr unterschiedlich aussehen. Und genau deshalb nervt mich diese Diskussion „Strafe ja oder nein?“ mittlerweile gewaltig. Die viel wichtigere Frage lautet: WAS mache ich mit dem Hund – und WAS passiert dabei in ihm?

Denn jetzt kommen wir zu dem Teil, bei dem ich sehr deutlich werde.

Wenn mir jemand erzählt, ein Hund müsse durch eine Wasserspritzflasche, Wurf-/Fischerdiscs, eine scheppernde Blechschüssel oder andere Schreckreize lernen, ein unerwünschtes Verhalten zu unterlassen, dann ist das für mich kein besonders raffiniertes Hundetraining.

Der Mechanismus dahinter ist erschreckend simpel: Mach das – und es wird unangenehm. Oder: Mach das – und du erschrickst dich.

Und ja: Das kann funktionieren. Natürlich kann es das.

Wenn ich Verhalten zuverlässig mit etwas Unangenehmem verknüpfe, kann dieses Verhalten weniger werden. Herzlichen Glückwunsch.

Aber jetzt kommt die Frage, die mich als Hundepsychologen wesentlich mehr interessiert: Was hat der Hund dabei eigentlich gelernt?

Nehmen wir einen Hund, der bei Hundebegegnungen pöbelt. Er sieht einen anderen Hund. Sein Erregungsniveau steigt. Sein Körper schaltet hoch. Vielleicht spielen Unsicherheit, Frust, Distanzbedürfnis, schlechte Erfahrungen oder schlicht massive Überforderung eine Rolle.

Und genau in diesen emotionalen Zustand hinein kommt:

ZISCH! Wasser.
SCHEPPER! Blechschüssel.

Oder irgendein Gegenstand fliegt beziehungsweise knallt in seiner Nähe.

Der Hund hört auf.
„Siehste! Funktioniert!“

‼️NEIN‼️

Du siehst zunächst nur, dass das Verhalten aufgehört hat. Du kannst daraus nicht automatisch ableiten, dass sich auch die Emotion verändert hat, die dieses Verhalten ausgelöst hat.

Und genau hier liegt für mich einer der größten Denkfehler im Hundetraining: Unterdrücktes Verhalten ist nicht automatisch gelöstes Verhalten.

Ein Nervensystem lernt Zusammenhänge. Es lernt Vorhersagbarkeit. Es lernt, welche Situationen Sicherheit bedeuten – und welche Situationen unangenehm oder bedrohlich werden können.

Und deshalb interessiert mich nicht nur: „Bellt er noch?“

Mich interessiert: Wie fühlt sich dieser Hund in dieser Situation? Kann er Informationen noch verarbeiten? Kann er sich orientieren? Kann er Abstand herstellen? Kann er eine andere Strategie lernen?

Oder hat er lediglich gelernt: Wenn ich dieses Verhalten zeige, passiert etwas Beschissenes?

Und bevor jetzt jemand schreibt: „Aber Sven, Hunde müssen doch Grenzen kennenlernen!“

Natürlich.

Ich arbeite auch mit Grenzen. Ich unterbreche Situationen. Ich verhindere Verhalten. Ich lasse meine Hunde nicht machen, was sie wollen. Management ist nicht Laissez-faire.

Gewaltfreies Hundetraining bedeutet nicht, mit Räucherstäbchen auf der Wiese zu sitzen und den Hund zu fragen, ob er heute emotional bereit wäre, vielleicht nicht den Jogger zu verfolgen.

Aber Grenze und gezieltes Erschrecken sind verdammt noch mal nicht dasselbe.

Und genau deshalb sage ich etwas, womit ich mich bei einigen Kollegen wahrscheinlich wieder ausgesprochen beliebt mache:

‼️Wenn ich zu einem Hundetrainer komme und der holt als Trainingswerkzeug eine Wasserspritzflasche, Wurfdiscs oder eine Blechschüssel heraus, würde ich meinen Hund nehmen und gehen.

Nicht diskutieren. Nicht ausprobieren, „ob es vielleicht funktioniert“.

Hund nehmen. Leine nehmen. Gehen.‼️

Denn ich möchte von einem Trainer wissen: Warum zeigt dieser Hund dieses Verhalten? Welche Funktion hat es? Was passiert vorher? Wie hoch ist sein Erregungsniveau? Welche Rolle spielen Distanz, Erwartung, Lernerfahrung, Umwelt und der Mensch am anderen Ende der Leine? Wie schaffen wir Sicherheit? Wie verändern wir Emotionen und Erwartungen? Und welches alternative Verhalten kann dieser Hund überhaupt zeigen?

Wenn die Antwort darauf eine scheppernde Schüssel ist, dann fehlt mir persönlich ein ziemlich entscheidender Teil des Trainingskonzeptes.

Und übrigens: Dass eine Methode funktioniert, ist für mich kein Qualitätsmerkmal.

Sehr viele Dinge funktionieren.

Die entscheidende Frage lautet: Zu welchem Preis?

Genau darüber sollten wir im Hundetraining viel häufiger sprechen. Nicht darüber, welches L***r recht hat. Nicht darüber, wer seinen Hund angeblich niemals bestraft. Sondern darüber, welche Konsequenzen unser Handeln für Lernen, Emotionen, Sicherheit und Vertrauen haben kann.

Denn vielleicht sollten wir endlich aufhören, ausschließlich das sichtbare Verhalten eines Hundes reparieren zu wollen.

Und anfangen, uns dafür zu interessieren, warum es überhaupt da ist.

Jetzt interessiert mich eure Meinung:
Habt ihr Wasserspritzflasche, Wurfdiscs, Blechschüssel oder andere Schreckreize im Hundetraining schon erlebt? Vielleicht sogar von einem Trainer empfohlen bekommen?

Und hat sich dadurch wirklich das Problem verändert – oder nur das sichtbare Verhalten?

Schreibt es mir in die Kommentare. Ich bin gespannt, was ihr erlebt habt.

Und wenn ihr findet, dass wir im Hundetraining endlich wieder mehr über Ursachen statt über das schnelle Abstellen von Verhalten sprechen sollten, teilt diesen Beitrag. Vielleicht erreicht er genau den Menschen, der gerade noch glaubt, sein Hund müsse einfach nur lernen, „dass er das nicht darf“.

Folgt meiner Seite, wenn ihr mehr über Hundeverhalten, Nervensystem, Reaktivität und einen fairen Umgang mit schwierigen Hunden lesen wollt.

© Hundepsychologe Sven
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Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit KI erstellt. Der Text, die Gedanken und die fachlichen Inhalte dieses Beitrags stammen von mir

04/10/2026

WERBUNG – für mein eigenes Angebot

Gerettet bedeutet nicht automatisch angekommen.

Gerade Tierschutzhunde, Hunde aus dem Tierheim oder aus schwieriger Haltung brauchen manchmal erst einmal etwas ganz anderes als noch mehr Training:

Ruhe. Sicherheit. Orientierung. Zeit.

Denn nur weil dein Hund jetzt in Sicherheit ist, bedeutet das nicht, dass sein Nervensystem das auch schon verstanden hat.

Genau dafür gibt es mein 6-wöchiges Entschleunigungsprogramm.

Wir schauen gemeinsam, was deinen Hund im Alltag immer wieder hochfährt und schaffen Bedingungen, unter denen er besser zur Ruhe kommen und sich sicherer orientieren kann.

Du erkennst deinen Hund darin wieder?

Dann schreib mir einfach „RUHE“ per Nachricht und wir schauen, ob das Programm zu euch passt.

01/10/2026

Wenn ich Hope heute so entspannt im Camper liegen sehe, vergesse ich manchmal fast, wie sie damals gefunden wurde.

Und genau darum geht es in diesem Video: Wir erwarten von Tierschutzhunden oft sehr schnell, dass sie in unserer Welt einfach funktionieren. Autos, Menschen, andere Hunde, Lärm, Bewegung – „da muss er sich eben dran gewöhnen“.

Aber Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass ein Hund einfach „da durch muss“. Manche Hunde brauchen vor allem Zeit, Geduld, Verständnis und einen Alltag, den ihr Nervensystem überhaupt verarbeiten kann.

Genau dabei unterstütze ich euch – im individuellen Coaching oder in meinem 6-wöchigen Entschleunigungsprogramm.

Wenn du deinen Hund darin wiedererkennst, schreib mir gerne eine Nachricht.

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Lohfelden
34253

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