07/09/2026
‼️Wenn wir nur auf den Hund schauen, sehen wir oft nur einen Teil des Problems.‼️
Der Hund pöbelt an der Leine.
Der Hund hat Angst.
Der Hund kommt nicht zur Ruhe.
Der Hund reagiert auf bestimmte Menschen oder Hunde.
Der Hund scheint draußen kaum noch ansprechbar zu sein.
Und ziemlich schnell entsteht die Frage:
Wie bekommen wir dieses Verhalten weg?
Für mich beginnt an dieser Stelle aber erst die eigentliche Arbeit. Denn Verhalten entsteht nicht einfach nur „im Hund“.
Ein Hund bringt seine Genetik, seine Erfahrungen, seine Lerngeschichte, sein aktuelles Stress- und Erregungsniveau und seine individuellen Bewältigungsstrategien mit.
Aber er lebt eben nicht allein auf einer einsamen Insel.
Er lebt mit Menschen zusammen. In einem bestimmten Alltag. In einer bestimmten Umgebung. Und Mensch und Hund reagieren immer wieder aufeinander.
Und genau diese gegenseitige Beeinflussung finde ich unglaublich wichtig.
Nehmen wir eine typische Hundebegegnung: Du siehst einen fremden Hund und weißt aus Erfahrung: Gleich könnte es schwierig werden.
Vielleicht wirst du automatisch etwas langsamer. Du nimmst die Leine kürzer. Dein Griff wird fester. Deine Körperhaltung verändert sich. Vielleicht beobachtest du den anderen Hund jetzt selbst sehr genau.
Völlig verständlich. Nur bekommt dein Hund davon einiges mit.
Die Leine fühlt sich anders an. Sein Bewegungsradius verändert sich. Deine Körperspannung, Bewegung oder Ansprache kann sich verändern.
Gleichzeitig nimmt dein Hund natürlich auch den anderen Hund und die gesamte Situation wahr. Seine Erregung kann steigen.
Vielleicht spannt er sich an, fixiert, geht nach vorne oder beginnt zu bellen. Und jetzt passiert etwas Entscheidendes:
Sein Verhalten beeinflusst wiederum dein Verhalten.
Du hältst möglicherweise stärker dagegen. Vielleicht erschrickst du. Vielleicht möchtest du schneller aus der Situation heraus oder versuchst stärker, die Kontrolle zu behalten.
Darauf kann wiederum der Hund reagieren.
So kann ein Kreislauf entstehen, in dem Hund, Mensch, Umwelt, Erfahrungen, Erwartungen und die jeweilige Situation miteinander verbunden sind. Und wenn sich solche Abläufe häufig wiederholen, können sich auf beiden Seiten Erwartungen entwickeln.
Der Mensch denkt vielleicht irgendwann schon beim Hund am Horizont: „Oh Scheiße, nicht schon wieder.“
Und der Hund kann bestimmte Signale und Abläufe längst mit solchen Begegnungen verknüpft haben.
Wichtig: Das bedeutet weder, dass eine kurze Leine automatisch einen pöbelnden Hund verursacht, noch dass der Mensch schuld am Verhalten seines Hundes ist.
Und es bedeutet erst recht nicht: „Dein Hund spiegelt deine Seele und deshalb musst du erst einmal deine eigenen Themen lösen.“
Auch unsere eigene Anspannung, Unsicherheit oder Erwartung kann Einfluss auf eine Situation haben. Aber sie ist eben nur ein möglicher Faktor unter vielen.
Alles andere wäre mir als Erklärung für komplexes Verhalten viel zu eindimensional.
Und genauso wichtig: Systemisch zu betrachten bedeutet nicht, zwanghaft beim Menschen nach der Ursache zu suchen. Manchmal liegen entscheidende Faktoren beispielsweise in der Lerngeschichte des Hundes, in Angst, Schmerzen, bisherigen Erfahrungen, seiner individuellen Veranlagung oder im aktuellen Stressniveau.
Der Sinn besteht gerade darin, nicht vorher festzulegen, wo das Problem liegen muss.
Deshalb betrachte ich Verhalten in meiner Arbeit als Hundepsychologe systemisch.
Ich schaue auf den Hund. Auf den Menschen. Auf das Nervensystem.
Auf Stress und Erregung. Auf Lernerfahrungen. Auf Kommunikation.
Auf den Alltag. Auf die Umwelt. Und auf die Abläufe, die zwischen Mensch, Hund und Umfeld entstanden sind.
Denn manchmal liegt der sinnvollste Ansatzpunkt für eine Veränderung überhaupt nicht dort, wo das Problem am lautesten sichtbar wird.
Verhalten ist kein einzelner Moment. Es entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren. Und wenn wir diese Zusammenhänge verstehen, müssen wir nicht mehr nur versuchen, das Bellen, Ziehen, Knurren oder Ausrasten irgendwie „wegzubekommen“.
Dann können wir anfangen, dort etwas zu verändern, wo dieses Verhalten entsteht und wodurch es aufrechterhalten wird. Genau das bedeutet für mich ursachenorientierte Arbeit mit Mensch und Hund.
❤️Kommt dir so ein Kreislauf mit deinem Hund bekannt vor?
Dann schreib mir gerne eine Nachricht oder buch Dir ein kostenloses Erstgesprächgund erzähl mir kurz, was bei euch passiert. Ich schaue mir nicht nur das sichtbare Verhalten deines Hundes an, sondern das gesamte Zusammenspiel – und gemeinsam schauen wir, wo wir sinnvoll ansetzen können.❤️
Kostenloses Erstgespräch: https://hundepsychologe-sven.de/kostenloses-erstgespraech/
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© Sven Dowiasch – Hundepsychologe & Verhaltensberater