15/08/2026
Das ist eine Aussage, die ich in meiner Arbeit als Ernährungsberaterin immer wieder höre: „Der Hund ist doch ein Omnivore.“
Viele Menschen glauben das, weil Hunde Brot, Käse, Obst oder Essensreste gerne fressen. Aber nur weil ein Hund etwas gerne frisst, bedeutet das noch lange nicht, dass es seiner biologischen Ernährung entspricht.
Der Hund gilt als fakultativer Karnivore. Das bedeutet: Er ist biologisch auf eine überwiegend tierische Ernährung ausgerichtet, kann aber – anders als ein obligater Karnivore – auch pflanzliche Nahrung ergänzend verwerten und daraus Energie gewinnen.
Dass der Hund biologisch überwiegend auf tierische Nahrung ausgerichtet ist, erkennt man vor allem an seiner Anatomie und Verdauung:
- Gebiss: ausgeprägte Fang- und Reißzähne zum Fassen und Zerteilen von Beute.
- Darmlänge: Im Verhältnis zur Körperlänge ist der Darm des Hundes deutlich kürzer als bei typischen Pflanzenfressern. Zum Vergleich: Katze 1:3, Hund 1:5, Mensch 1:6, Schaf 1:24.
- Magensäure: Der Magen des Hundes ist sehr sauer (etwa pH 1–2) und damit hervorragend auf die Verdauung tierischer Nahrung ausgelegt.
Diese Merkmale zeigen, dass der Hund trotz seiner Anpassungsfähigkeit keine typische Allesfresser-Anatomie besitzt.
Speichere dir den Beitrag, damit du die wichtigsten Unterschiede jederzeit nachlesen kannst.
Im nächsten Beitrag erkläre ich, warum Hunde heute trotzdem pflanzliche Nahrung verwerten können und welche Rolle die Domestikation dabei gespielt hat.