13/10/2026
Manchmal macht mich das wirklich sauer.
Wissen Menschen eigentlich, wie fahrlässig manche ihrer Aussagen sein können?
Viele Menschen aus meinen Begleitungen wenden sich manchmal an mich, weil sie etwas in den sozialen Medien gefunden haben.
Sie fragen nach Einschätzung, nach Argumenten oder ob ihre Aussage inhaltlich richtig ist.
Manchmal habe ich auch das Gefühl, es geht um Entlastung.
Das kann ich gut nachvollziehen.
Denn es ist ermüdend, wenn fundiertes Wissen existiert, Diskussionen aber dennoch auf bloßer Meinung und Selbstüberschätzung basieren.
Es ist wunderbar, wenn jemand Hundeerfahrungen hat, oder Stress und Drohsignale erkennen kann.
Aber was Menschen manchmal aus Verhalten interpretieren, ist fachlich nicht haltbar.
Sie ordnen Verhalten ohne den Hintergrund von Emotion und Funktion ein.
Es hatten sich jetzt gleich mehrere Personen an mich gewandt, was immer ein Zeichen für sehr hitzige Diskussionen ist.
Und wieder einmal wurden die fachlich richtigen Aussagen verspottet und ausgelacht und die Personen verbal angegriffen.
Und wieder einmal haben selbige Personen, die andere auslachen veraltete Dominanz- und Rudelführer Interpretationen geteilt.
„Nein das kann keine Angst sein, wenn der droht“.
Ach nein?
Wenn man droht oder angreift, kann Angst als Emotion nicht hinter Verhalten stehen?
Wenn ein Mensch in eine missliche Lage gerät, Angst darauf hin spürt und seinen Gegenüber daher eine zimmert, dann lag es nicht an der Angst und dem Bedürfnis eben keine Angst mehr zu haben?
Es gibt kein Verhalten ohne Emotion.
Und es gibt kein Verhalten ohne Funktion.
Wenn ein Hund verschiedene Drohsignale zeigt, ist er definitiv nicht freudig. Oder traurig.
Nein, muss auch keine Angst sein, einem Hund diese jedoch abzusprechen mit dem Argument „kann nicht“ ist schon gewagt.
„Ja, da muss man sich durch setzen, der will dominieren…“.
Benutzt jedes andere Synonym für das angeblich gezeigte Machtgehabe des Hundes.
Ich kenne das Video als aber auch den gesamten Kontext nicht.
Basierend auf dem was mir jedoch geschildert wurde, verstehe ich einfach nicht warum es keine fachliche Moderation bei solchen Themen gibt?
Es ist so maximal gefährlich, was teilweise kommentiert wird.
Es ist anmaßend, ohne jegliche Fachkenntnis oder Qualifikation Aussagen an Menschen zu richten, die sehr wahrscheinlich gerade überfordert und verunsichert sein könnten.
Daher mal eine Frage, an solche „Experten“:
Berücksichtigt ihr mit euren Aussagen wie „dem Hund eine ordentlich Ansage machen“ oder „bei mir würde der Hund fliegen“ auch eine Sekunde daran das die Ursachen dafür vielfältig sein können?
Das ein Ort ein Sicherheitsort für einen Hund sein kann?
Das der Hund Schmerzen hat, auf diesem Platz Linderung spürt?
Das der Hund bei seinem Menschen Schutz sucht, weil er sich nicht fühlt?
Berücksichtigt ihr andere Ursachen wie Sinnesveränderungen?
Hinterfragt ihr Kontexte, Rahmenbedingungen, Lernbiografie?
Oder berücksichtigt ihr das ein Hund aufgrund von Trauma vor bestimmten Kontexten oder bestimmten Bewegungsabläufen getriggert sein könnte?
Oder das ein Nervensystem eines neu eingezogenen Hundes, weder eine sicher- verlässliche Bindung zum Bezugsmenschen noch in seine neue Umwelt aufgebaut hat?
Oder das der Hund vorab verzweifelt versucht kommuniziert hat, bevor Eskalation stieg?
Nein?
Gut, dann haltet ihr offenbar an Propaganda fest, die Hunde und Verhalten in Schubladen steckt, ohne Verhalten, dessen Emotion und Funktion zu hinterfragen oder zu verstehen.
Und wenn nur eine meiner spontan einfallenden, Ursachen für das beschriebene Verhalten ursächlich sein könnte, dann ist die Gefahr sehr hoch das es eskaliert, wenn der „Hund fliegt und seine Ansagen bekommt“.
Und es können natürlich auch noch wesentlich mehr Ursachen möglich sein.
Genau diese Hunde werden dann zu Wanderpokalen, landen in sowie schon überfüllten Tierheimen.
Nicht, weil es Menschen gibt die fundiertes Wissen teilen und erwünschtes Verhalten verstärken.
Sondern weil ihr Verhalten fehlinterpretiert wird und das Leben unerträglich wird, weil sie noch mehr Stress und Druck bekommen.