14/08/2026
Kamera aufgestellt.
Protokoll geführt.
Alleinbleiben Schritt für Schritt aufgebaut.
Und trotzdem jault dein Hund, sobald die Tür ins Schloss fällt – oder du kommst nach Hause und die Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld.
Das ist frustrierend.
Aber nicht jedes Problem mit dem Alleinbleiben lässt sich lösen, indem man nur das Alleinbleiben trainiert.
Ich sehe in meiner Arbeit immer wieder Hunde, denen es auch im gemeinsamen Alltag schwerfällt, Verantwortung abzugeben, Frust auszuhalten, zur Ruhe zu kommen oder sich am Menschen zu orientieren.
Sie bekommen viel Zuwendung, viele Freiheiten und dürfen viele Entscheidungen selbst treffen.
Das ist gut gemeint.
Aber Freiheit allein schafft noch keine Sicherheit.
Ein Hund braucht auch Orientierung, Verlässlichkeit und einen Menschen, der Verantwortung übernimmt.
Und genau deshalb schaue ich bei Problemen mit dem Alleinbleiben nicht nur auf die Wohnungstür.
Ich schaue auf den Alltag.
Auf kleine Entscheidungen.
Auf Frustrationstoleranz.
Auf Selbstregulation.
Auf Orientierung.
Und vor allem auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund.
Denn dort kann ein Teil des Fundaments entstehen, das ein Hund braucht, um auch dann zurechtzukommen, wenn sein Mensch einmal nicht da ist.
Alleinbleiben beginnt deshalb für mich nicht erst beim Weggehen.
Es beginnt viel früher.