Lina Rischer - Hundetraining & Verhaltensberatung

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Lina Rischer - Hundetraining & Verhaltensberatung Ganzheitliches Hundetraining für ein gesundes Miteinander zwischen Mensch und Hund.

11/10/2026

Picco sieht hier die Katze, bleibt stehen, schaut – und wendet sich dann wieder ab.

Das sieht erstmal ziemlich unspektakulär aus. Ist es aber eigentlich gar nicht – weil hinter dieser hohen Impulskontrolle sehr, sehr, sehr viele Lernerfahrungen stecken.

Er hat in der Vergangenheit immer wieder gelernt: Nicht jedem Impuls nachgehen. Abstand nehmen. Sich abwenden. Deeskalierendes Verhalten zeigen. Genau diese Dinge wurden verstärkt und haben sich für ihn immer wieder bewährt.

Und irgendwann passiert dann etwas ziemlich Schönes: Ich muss in so eine Situation nicht mehr mit dem Gedanken reingehen „Oh Gott, hoffentlich eskaliert das jetzt nicht“, sondern kann meinem Hund zutrauen, dass er die Fähigkeiten hat, mit so einer Situation umzugehen.

Und natürlich macht das auch etwas mit meinem Nervensystem. 🧠

Wenn ich ziemlich sicher weiß, dass mein Hund mehrere Strategien zur Verfügung hat und nicht bei jedem Reiz komplett im Impuls landet, muss ich selbst weniger kontrollieren, weniger festhalten, weniger vorausdenken und weniger Druck in die Situation bringen.

Das ist für mich auch ein Teil von Regulation im Mensch-Hund-Team: Fähigkeiten so oft aufzubauen und zu verstärken, dass daraus irgendwann echtes Vertrauen entstehen kann. Und zwar Vertrauen auf Basis von sehr, sehr viel gemeinsamem Lernen. Und dazu braucht es Verstärker (Belohnungen).

🎧 Was bei Verstärkern zu beachten ist und wie du dir diese sogar versauen kannst, hörst du in meiner aktuellen Folge #062 Hundeperspektiven.

08/10/2026

„Wenn ein Verhalten für deinen Hund immer wieder funktioniert, wird er es ziemlich wahrscheinlich auch weiterhin zeigen.“

Klingt erstmal logisch. Und trotzdem wird im Training wahnsinnig oft versucht, unerwünschtes Verhalten einfach abzustellen, ohne sich anzuschauen, warum der Hund es überhaupt zeigt.

Der Hund im Video frisst zum Beispiel Gras. Ich kann natürlich trainingstechnisch anfangen, „Kopf hoch“ zu verstärken, Weitergehen zu belohnen und dafür zu sorgen, dass er weniger Gelegenheit bekommt, Gras zu fressen.

Wenn er aber Gras frisst, weil im Magen-Darm-Bereich etwas nicht stimmt, dann komme ich damit eben nur begrenzt weiter. Das Grasfressen erfüllt in diesem Moment eine Funktion – und gleichzeitig muss ich an die Ursache ran.

Und genau deshalb schaue ich bei Verhalten immer auch an die Basis:

Wie geht es dem Hund körperlich?
Wie ist sein Nervensystem gerade aufgestellt?
Wie hoch ist sein Erregungslevel?
Kann er überhaupt lernen?
Und was funktioniert für diesen Hund tatsächlich als Verstärker?

RESET bedeutet für mich genau das: nicht nur am sichtbaren Verhalten herumdoktern, sondern verstehen, was dahinterliegt und dann sinnvoll trainieren.

Und in meiner nächsten Podcastfolge geht es übrigens genau um Verstärker – und darum, wie erstaunlich leicht wir uns gute Belohnungen im Training selbst versauen können.

01/10/2026

„Entspann dich doch mal“, sagen sie dir – während du innerlich auf 100 bist. 🤯

Und genau da liegt schon das Problem. Bei Menschen wie bei Hunden wird oft erwartet, dass Entspannung irgendwie auf Knopfdruck funktionieren soll. Als müsste man nur die richtige Übung machen und zack, alles fährt runter.

So funktioniert es aber halt leider nicht. ❌

Wenn ich ohnehin schon angespannt bin und dann zusätzlich das Gefühl bekomme, ich müsste mich jetzt bitte entspannen, baut das oft einfach noch mehr Druck auf. Und Druck legt sich wortwörtlich noch einmal auf die Nerven drauf, statt sie zu entlasten.

Beim Hund ist es im Grunde genauso. Natürlich können Übungen zur Regulation helfen. Wichtig ist aber auch, dass der Hund neue Handlungsstrategien bekommt. Dass er lernt, was er in einer Situation tun kann. Dass sein Nervensystem nicht jedes Mal bei null anfängt und wieder in den alten Zustand kippt.

Und guess what: für den Menschen gilt genau das gleiche.

Und genau deshalb ist es so wichtig, Nervensystemzustände überhaupt erst einmal zu verstehen:

In welchem Zustand ist mein Hund gerade? Woran erkenne ich Dysregulation? Was ist in diesem Zustand überhaupt möglich? Kann er lernen? Braucht er Unterstützung? Und kann ich ihm gerade schon wieder etwas mehr zutrauen? ✅

Entspannung wird viel realistischer, wenn Mensch und Hund nicht einfach nur „ruhiger werden sollen“, sondern verstehen und lernen, wie sie mit einer Situation umgehen können.

Und genau das ist für mich RESET: Zustände verstehen, Strategien passend dazu wählen und nicht einfach immer nur einfach aus dem Kontext gerissene Übungen machen, ohne sie wirklich, wirklich zu verstehen.

„Aber wir können doch nicht alles vermeiden.“ 😱Eh nicht. Been there, done that! 🙈 Und gleichzeitig bedeutet das: wenn de...
28/09/2026

„Aber wir können doch nicht alles vermeiden.“ 😱

Eh nicht. Been there, done that! 🙈 Und gleichzeitig bedeutet das: wenn dein Hund draußen ständig in Situationen landet, die zu eng, zu schnell oder einfach zu viel sind, dann ist das trotzdem Training. Denn Hunde lernen immer, immer. Und vielleicht lernen sie dann eben genau etwas, das wir uns nicht wünschen.

Enge Wege, frontale Begegnungen, zu wenig Abstand, „wir müssen da jetzt schnell durch“ – all das hinterlässt Erfahrungen. Jeden Tag. Auch dann, wenn ihr eigentlich nur kurz um den Block geht.

👉🏻 Genau deshalb beginnt Veränderung oft bei RESET: nicht noch mehr üben, sondern erst mal Bedingungen schaffen, in denen Lernen überhaupt wieder möglich wird.

Im RESET Einstiegskurs schauen wir unter anderem darauf, wie du Spaziergänge und Routen so gestaltest, dass dein Hund mehr Puffer bekommt – und Begegnungstraining später überhaupt greifen kann.

🎧 Hör dazu auch meine aktuellste Podcastfolge Hundeperspektiven
#061 | Wir können doch nicht die Stadt vermeiden: Wenn Hundetraining den Alltag verändert

👉🏻 Mehr zu RESET findest du über den Link in meiner Bio.

15/09/2026

Anleinen ist so eine Sache, bei der man sich natürlich denken kann: Ja gut, jetzt machen wir aber auch wirklich aus allem ein Training. 😅

Und bei ganz vielen Hunden muss man das auch überhaupt nicht. Die kennen das von klein auf, finden es völlig unspektakulär und dann darf Anleinen auch einfach Anleinen sein.

Bei sensiblen, reizoffenen Hunden schaue ich auf solche kleinen Alltagssituationen aber ziemlich genau. Nicht, weil einmal hektisch die Leine einhaken gleich ein riesiges Problem ist. Sondern weil am Ende die Summe zählt. Wenn der Hund ohnehin schon viel mit seiner Umwelt beschäftigt ist und dann über den Tag verteilt noch zehn kleine Momente dazukommen, in denen schnell hingefasst, am Geschirr herumgemacht, angeleint, abgeleint oder körperlich eingegriffen wird, läuft das alles im Hintergrund eben mit.

Bei Picco habe ich Anleinen deshalb ganz simpel als kleinen Ablauf aufgebaut. Ich kündige es an, er bleibt stehen, ich komme zu ihm, die Leine wird eingehakt und fertig. Das wurde kleinschrittig mit Futter verstärkt und irgendwann ist daraus einfach etwas geworden, das er kennt und bei dem wir beide wissen, was passiert.

Und genau sowas ist für mich CARE. Kooperation muss nicht erst beim Medical Training anfangen. Sie steckt auch in diesen kleinen Momenten im Alltag – beim Anleinen genauso wie später beim Krallen kürzen mit dem Schleifgerät.

Gerade bei Hunden mit dünnem Nervenkostüm macht es einen Unterschied, ob sich solche Situationen über den Tag immer weiter aufsummieren oder ob sie möglichst klar, vorhersehbar und entspannt ablaufen.

10/09/2026

„Da musst du durch“ war noch nie eine besonders gute Strategie gegen Angst.

Was bei Angst viel wichtiger ist: Rückzug ermöglichen und gleichzeitig Entwicklung zutrauen.

Denn natürlich soll ein Hund mit Angst nicht für immer in seiner Komfortzone bleiben. Er braucht Erfahrungen, in denen er merkt: Ich kann mich etwas trauen. Ich kann einen Schritt weitergehen. Und ich kann wieder zurück, wenn es mir zu viel wird.

Genau da wird der Zustand des Nervensystems so wichtig. Lernen kann nur stattfinden, solange der Hund noch aufnehmen, reagieren und sich wieder regulieren kann. Kippt er in Überforderung, wird aus Herausforderung ziemlich schnell einfach nur noch Stress.

Und genau an dieser Stelle greifen für mich RESET, CARE und MEET ineinander:

✔ RESET: Ist das Nervensystem gerade überhaupt lernfähig?
✔ CARE: Wie begleite ich meinen Hund, wie viel kann ich ihm zutrauen und wie kann ich Co-Regulation anbieten?
✔ MEET: Wie schaffen wir daraus wieder Begegnungen mit Menschen, Hunden und Umwelt?

Bei dieser Hündin im Video bedeutet das gerade ganz viel: aus dem Garten rauskommen dürfen, ausprobieren dürfen, wieder zurückgehen dürfen – und Stück für Stück mehr Sicherheit in der Welt sammeln.

09/09/2026

„Konsequenz bedeutet nicht strenger werden, sondern dranbleiben: immer und immer wieder dasselbe tun.“

Das ist ein Satz, den ich meinen Kund*innen ziemlich oft sage.

Denn Konsequenz wird im Hundetraining schnell mit Durchsetzen, deutlicher werden oder mehr Druck verwechselt. Dabei bedeutet konsequent sein vor allem klar, vorhersehbar und verlässlich zu bleiben.

Und das beginnt schon viel früher als beim eigentlichen Signal.

✔ einen Trainingsplan haben
✔ kleine Schritte wirklich klein lassen
✔ nicht jeden zweiten Tag die Methode wechseln
✔ Wiederholungen zulassen
✔ dranbleiben, auch wenn es unspektakulär aussieht

Genau diese Konsequenz macht Training überhaupt erst verständlich.

Wenn mein Hund ein Signal dann sauber gelernt hat, muss ich beim ersten „Nö, heute vielleicht doch nicht“ nicht plötzlich meine komplette Haltung verändern. Ich kann freundlich bleiben, das Signal noch einmal geben und bei dem bleiben, was wir vorher miteinander aufgebaut haben.

✔ gleiche Signale
✔ gleiche Abläufe
✔ gleiche freundliche Klarheit
✔ und eben nicht jedes Mal emotional noch eine Schippe drauflegen

Genau diese Vorhersehbarkeit kann Sicherheit schaffen. Und sie hilft auch mir, nicht aus meiner eigenen Anspannung heraus immer hektischer oder druckiger zu werden.

Für mich treffen sich da RESET und CARE ziemlich schön: zwei Nervensysteme, die möglichst reguliert bleiben können und eine gemeinsame Sprache, die klar genug aufgebaut ist, dass ich nicht ständig unfair werden oder Druck aufbauen muss.

Konsequent heißt für mich deshalb nicht härter. Es heißt: Ich weiß, was ich tue – und ich bleibe dran.

30/08/2026

Vielleicht kennst du das: Eigentlich passiert gerade gar nichts Besonderes und trotzdem ist dein Hund schon wieder überall gleichzeitig. Ein Geräusch, eine Bewegung, ein neuer Geruch, irgendwo verändert sich etwas – zack zack, schon registriert.

Und du bist automatisch mit auf Empfang, beobachtest mit, denkst voraus und versuchst, die Welt ein bisschen leichter für euch zu machen. Das kann für euch beide ganz schön anstrengend sein.

Und nur weil wir von außen nicht jedes Mal eine große Reaktion sehen, heißt das nicht, dass da nichts passiert. All diese kleinen Reize müssen trotzdem irgendwie eingeordnet und verarbeitet werden.

Genau deshalb schaue ich bei sensiblen Mensch-Hund-Teams so gerne erst mal darauf, wie viel eigentlich ohnehin schon im System los ist, bevor wir noch mehr Training, Beschäftigung oder neue Herausforderungen draufpacken.

RESET bedeutet für mich dann oft zuerst:
▫ einordnen, was gerade eigentlich belastet
▫ Reize reduzieren, wo es möglich ist
▫ mehr Pausen und bekannte Abläufe einbauen
▫ Trainingsschritte kleiner machen
▫ Sicherheit und Vorhersagbarkeit erhöhen
▫ das Nervensystem erst mal wieder ein Stück stabilisieren

Nicht, weil sensible Mensch-Hund-Teams weniger können oder weniger erleben sollen. Sondern weil nicht jedes Nervensystem die Welt gleich verarbeitet.

Und manchmal braucht es einfach eine andere Dosierung, damit wieder mehr möglich wird.

23/08/2026

„Leider nicht. Wir haben schon einen Deal. Der Deal ist: Du liegst und dann gibt’s Kekse.“ 🤭😄

Was in dem Moment eher unspektakulär aussieht, funktioniert nur, weil vorher ganz viel sauber aufgebaut wurde.

✔ Picco kennt das Signal „Peng“.
✔ Er kennt den Ablauf als exaktes Ritual.
✔ Er weiß, was von ihm erwartet wird.
✔ Er weiß, dass er „Nein“ sagen darf, wenn es ihm zu viel wird.
✔ Und ich muss deshalb in dem Moment weder hektisch noch druckig oder streng werden.

Ich darf co-regulieren. Denn es spielt eine Rolle, wie ich mich in einer Situation verhalte:

Wie angespannt bin ich selbst?
Wie viel Druck bringe ich rein?
Wie behutsam sind meine Bewegungen?
Mit welcher Haltung gehe ich in diesen Moment?

Denn ein sauber aufgebautes (Medical) Training ist die eine Seite. Die andere ist, ob ich mit meiner Stimmung noch mehr Aktivierung reinbringe oder ob ich meinem Hund helfen kann, wieder in einen entspannten Zustand zurück zu finden.

Und genau da treffen sich RESET und CARE.

RESET: Ist das Nervensystem (von Mensch und Hund) überhaupt in einem Zustand, in dem Lernen und Mitmachen möglich sind?

CARE: Wie gestalte ich Kommunikation, Handling und Kooperation so, dass mein Hund versteht, was passiert und sich sicher beteiligen kann?

Das hier ist deshalb nicht einfach „mein Hund macht Peng“. Es ist sauber aufgebautes Training + Co-Regulation. 🫶🏻

„Ich will einfach, dass mein Hund funktioniert.“Ein Satz, der schnell hart klingt. Nach Kontrolle, nach fehlendem Verstä...
20/08/2026

„Ich will einfach, dass mein Hund funktioniert.“

Ein Satz, der schnell hart klingt. Nach Kontrolle, nach fehlendem Verständnis. Nach: Der Hund muss sich eben anpassen.

Aber manchmal steckt etwas ganz anderes dahinter:

„Ich kann gerade nicht mehr.“
„Ich möchte nicht jeden Spaziergang trainieren.“
„Ich will mein Leben nicht komplett um die Schwierigkeiten meines Hundes herum organisieren.“

Und ja: Wenn dein Hund bestimmte Situationen aktuell nicht bewältigen kann, dann braucht es Training. Management. Vorbereitung. Vorausschauen. Frustrationstoleranz.

Aber all das sollte langfristig nicht dazu führen, dass dein gesamtes Leben zum einzigen Trainingsprojekt um den Hund herum wird. Denn dann fehlen dir irgendwann die notwendigen Ressourcen, die du dringend brauchst um ein guter Sozialpartner für deinen Hund zu sein.

Gutes Hundetraining heißt für mich deshalb nicht:
Der Hund muss einfach funktionieren.

Aber auch nicht: Der Mensch muss einfach unbegrenzt Verständnis haben.

Sondern:

✔️ Bedürfnisse des Hundes ernst nehmen
✔️ notwendige Fähigkeiten fair aufbauen
✔️ schwierige Situationen sinnvoll managen
✔️ UND den Alltag des Menschen mitdenken

Denn auch du darfst wollen, dass manches irgendwann einfach klappt. Nicht aus Härte – sondern weil Verlässlichkeit entlastet. Weil Freiheit wichtig ist. Und weil ein gemeinsames Leben nur dann wirklich funktioniert, wenn darin beide vorkommen.

🎙️ In meiner neuen Podcastfolge Hundeperspektiven #060 „Darf ich wollen, dass mein Hund einfach funktioniert?“ spreche ich genau darüber.

🌿 Und wenn du Stress, Verhalten und Lernfähigkeit deines Hundes besser verstehen möchtest, findest du in meinem RESET 👩🏻‍💻 die Grundlage dafür.

Adresse

Vienna
1020

Öffnungszeiten

Dienstag 08:00 - 18:00
Mittwoch 08:00 - 18:00
Donnerstag 07:00 - 18:00
Freitag 08:00 - 18:00
Samstag 08:00 - 16:00
Sonntag 08:00 - 16:00

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