11/10/2026
Picco sieht hier die Katze, bleibt stehen, schaut – und wendet sich dann wieder ab.
Das sieht erstmal ziemlich unspektakulär aus. Ist es aber eigentlich gar nicht – weil hinter dieser hohen Impulskontrolle sehr, sehr, sehr viele Lernerfahrungen stecken.
Er hat in der Vergangenheit immer wieder gelernt: Nicht jedem Impuls nachgehen. Abstand nehmen. Sich abwenden. Deeskalierendes Verhalten zeigen. Genau diese Dinge wurden verstärkt und haben sich für ihn immer wieder bewährt.
Und irgendwann passiert dann etwas ziemlich Schönes: Ich muss in so eine Situation nicht mehr mit dem Gedanken reingehen „Oh Gott, hoffentlich eskaliert das jetzt nicht“, sondern kann meinem Hund zutrauen, dass er die Fähigkeiten hat, mit so einer Situation umzugehen.
Und natürlich macht das auch etwas mit meinem Nervensystem. 🧠
Wenn ich ziemlich sicher weiß, dass mein Hund mehrere Strategien zur Verfügung hat und nicht bei jedem Reiz komplett im Impuls landet, muss ich selbst weniger kontrollieren, weniger festhalten, weniger vorausdenken und weniger Druck in die Situation bringen.
Das ist für mich auch ein Teil von Regulation im Mensch-Hund-Team: Fähigkeiten so oft aufzubauen und zu verstärken, dass daraus irgendwann echtes Vertrauen entstehen kann. Und zwar Vertrauen auf Basis von sehr, sehr viel gemeinsamem Lernen. Und dazu braucht es Verstärker (Belohnungen).
🎧 Was bei Verstärkern zu beachten ist und wie du dir diese sogar versauen kannst, hörst du in meiner aktuellen Folge #062 Hundeperspektiven.